
MECKENBEUREN. Schlechte Zeiten für Verkäufer: Banken und Bauträger haben in Spanien immer noch viel zu viele Immobilien im Bestand, denn die Zahl der notleidend gewordenen Immobilienkredite ist groß. Die als Sicherheit hinterlegten Immobilien fielen zurück an die Finanzierer, und die möchten sie nun teilweise mit drastischen Preisabschlägen wieder loswerden.
Die Deutsche und Schweizerische Schutzgemeinschaft für Auslandsgrundbesitz schätzt, dass rund 600 000 Wohnungen auf neue Käufer warten und beobachtete, dass die Preise um bis zu 50 Prozent zurückgegangen sind. Selbst an der begehrten Costa del Sol sind Preisabschläge von 30 Prozent drin. Verkäufer von Appartements bekommen noch höchstens 2000 Euro pro Quadratmeter. Wer in der Boomphase für viel Geld kaufte und jetzt verkaufen muss, realisiert hohe Verluste.
"Weg mit Schaden oder noch wenigstens vier oder fünf Jahre halten", diese beiden Strategien sind laut Peter Schöllhorn von der Deutschen Schutzvereinigung Auslandsimmobilien (DAS) derzeit die einzig möglichen für Eigner spanischer Ferienimmobilien. Auch er beobachtet im Vergleich zu den Höchstpreisen vor einigen Jahren Preisabschläge von 25 bis 50 Prozent. Schöllhorn: "Die Talsohle ist aber noch nicht erreicht. Ich habe keine Hoffnung, dass es in zwei oder drei Jahren besser wird."
Halten und vermieten ist jedoch für die meisten Immobilienbesitzer keine Zwischenlösung. Das spanische Mietrecht ist bei Dauervermietungen abschreckend vermieterunfreundlich, und touristische Vermietungen sind nach wie vor nur mit speziellen Auflagen und Genehmigungen möglich. "Die meisten Eigentümer vermieten nicht", weiß Peter Schöllhorn. Allenfalls wird das spanische Feriendomizil Verwandten oder Freunden und einem weitläufigen Bekanntenkreis zur Verfügung gestellt.




