
HAMBURG. Die wiederentdeckte Liebe für heimische Sandstrände geht auch dieses Jahr weiter: 70 Prozent Auslastung meldeten Hoteliers und Vermieter von Lübeck bis Stettin während der Osterfeiertage.
Laut IVD kostet ein Haus mit mittlerem bis gutem Wohnwert in der Hansestadt Rostock 190 000 bis 260 000 Euro, während in Lübeck und Kiel für ähnliche Objekte 175 000 bis 230 000 Euro gezahlt werden. Bei Ferienimmobilien sei es ähnlich, sagt Joachim Carstens, der sowohl in Warnemünde als auch auf Sylt Ferienwohnungen vermietet: "Viele Preise an der Küste im Osten liegen mittlerweile über denen in der Lübecker Bucht."
Erschwingliche Domizile gibt es in Boltenhagen: 2009 entstand eine Ferienanlage mit zwei Hotels und Ferienapartments. Auf dem ehemaligen Stützpunkt der Nationalen Volksarmee auf der Halbinsel Tarnewitz wurde ein Yachthafen gebaut. Ferienhäuser, etwas vom Meer entfernt, kosten 150 000 Euro. Eine neue, 53 Quadratmeter (qm) große Ferienwohnung auf der Halbinsel wird für 93 000 Euro angeboten. Makler Mario Drews in Lübeck: "Es wird viel neu gebaut bei gleichbleibend reger Nachfrage."
Auch der dänische Investor Kristensen Group hat das Potenzial der Ostsee erkannt: Ende des vergangenen Jahres wurde das vierte Projekt in der Region eröffnet: In Graal-Müritz entstanden auf 16 000 qm 70 Apartments.
Wolkenlos ist auch der Ferienimmobilien-Himmel über der Nordseeküste. Die Buchungszahlen liegen in einigen Orten sogar über denen des Boom-Vorjahres. Eine Sonderstellung kommt erneut Sylt zu. Hier sind die Vermietungs- und Verkaufspreise für Ferienimmobilien "völlig aus den Fugen geraten", wie Joachim Carstens sagt. Dass die Sylter Immobilienblase in näherer Zukunft platzen werde, wie seit Jahren von Skeptikern prognostiziert, glaubt er jedoch nicht.
Zu stabil sei die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern für einen Urlaub auf dem beliebtesten Eiland Deutschlands. In den vergangenen Jahren waren die Ferienimmobilien auf Sylt im Schnitt 218 Tage per anno belegt. Auf Rügen sind die Häuser und Wohnungen für Urlaubsgäste 193 Tage im Jahr belegt. Auch auf den anderen nordfriesischen Inseln (184 Tage) und auf Usedom (175 Tage) konnten die Vermieter beste Buchungszahlen vorweisen. Angesichts des begrenzten Angebots gerade auf Sylt werden auch die Verkaufspreise in diesem Jahr wohl nicht sinken. Carstens ist für die kommende Saison "sehr, sehr optimistisch".




