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Immobilien: Chinas Häusermarkt bricht ein

Lange kannten sie nur den Trend nach oben, doch jetzt sinken erstmal die Preise für städtische Immobilien in China. Hoffnungsvolle Privatanleger wurden kalt erwischt. Auch die Konjunktur dürfte leiden.

Die Blase ist geplatzt: Renditen im chinesischen Immobiliensektor sind bereits deutlich gesunken. Quelle: dpa
Die Blase ist geplatzt: Renditen im chinesischen Immobiliensektor sind bereits deutlich gesunken. Quelle: dpa

PekingDemonstrationen sind in China nicht erlaubt. Doch diese wütenden Bürger konnten sich nicht zurückhalten. „Gebt uns unser Schweiß- und Blutgeld zurück!“, skandierten die Chinesen in der Stadt Shenzhen vor einem Büro der Immobilienfirma China Vanke. Für den Erwerb einer Wohnung hatten die Menschen sehr hart gearbeitet. Und weil der Kaufpreis bei den meisten weit über ihren Verhältnissen lag, hatten sie auch noch das Ersparte von Tanten und Omas zusammengekratzt, um genug Geld zusammenzubekommen. Nun drohen ihre Träume zu zerplatzen, denn die Immobilienpreise in Shenzen sind erstmals seit Jahren rückläufig.

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Im Sommer hatten die Bürger auf dem Höhepunkt der Immobilienpreisblase zugegriffen und für Wohnungen mit rund 100 Quadratmeter in mittleren Lagen Preise bezahlt, die beim 45-fachen Jahreseinkommen eines Durchschnittsverdieners lagen. Sie können nicht verstehen, dass Neukäufer in Shenzhen identische Wohnungen mittlerweile zehn Prozent billiger bekommen.

Das Beispiel zeigt: An Chinas Immobilienmarkt steigt die Unruhe. Nachdem die offizielle Statistik für wichtige Lagen bereits einen Preisrückgang anzeigt, stoßen die Anleger verstärkt Aktien von Immobilienentwicklern ab.

Chinas Immobilienmarkt

  • Blase

    Die Preise am chinesischen Wohnungsmarkt sind in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Von 2005 bis 2009 haben sie sich verdreifacht. Und auch danach ging es schnell weiter aufwärts. Seitdem sind sie bislang jährlich um rund 40 Prozent gestiegen.

  • Gegenmittel

    Aus Sorge um die Folgen der starken Preiserhöhungen am Immobilienmarkt stellte Premier Wen Jiabao kürzlich nochmal öffentlich klar: Der Markt bleibt stark reguliert.

  • Reaktion

    In 54 Städten sind die Preise im Oktober bereits gesunken oder gleich geblieben. Seit Jahresbeginn sind die Quadratmeterpreise in Peking um 5,1 Prozent gefallen.

„Der Markt hat ganz offenbar eine Trendwende vollzogen“, sagt Fang Mian, Immobilienexperte beim Wertpapierhaus Guoxin Securities. Nach der Blase komme jetzt die Korrektur mit sinkenden Preisen in den nächsten Quartalen. Die Bank BNP Paribas rechnet im kommenden Jahr mit einem Rückgang in Höhe von zehn Prozent für Gesamtchina - eine Situation, mit der die Bürger in Shenzhen bereits heute zurechtkommen müssen.

Investoren weltweit beobachten das Geschehen an Chinas Immobilienmarkt sehr genau. Denn ein Preisrückgang würde sich stark auf die Konjunktur auswirken. Die Bauwirtschaft ist ein wichtiger Wachstumsträger. Endet der Boom, steigt die Arbeitslosigkeit. Dazu kommt, dass viele Unternehmen wertvolle Immobilien in ihrer Bilanz als Aktivposten verbucht haben. Wenn deren Wert schrumpft, bleibt weniger Geld für Investitionen. Nicht zuletzt fühlen sich auch die einfachen Bürger ärmer, wenn der Wert ihres Heims sinkt - das schadet dem ohnehin schwachen Konsum.

Doch es kann nicht weitergehen wie bisher. Die Immobilieninvestitionen in China sind in den vergangenen sieben Jahren jeweils um mehr als ein Drittel gestiegen. Allein in den ersten neun Monaten 2011 erreichten die neuen Anlegergelder 4400 Billionen Yuan (515 Milliarden Euro), wie aus Daten des National Bureau of Statistics hervorgeht. Nachdem im Oktober des Boomjahres 2009 die projektierte Neubaufläche im Jahresvergleich noch um 200 Prozent gewachsen ist, lag der Anstieg in diesem Oktober nur bei 2,2 Prozent.

  • 12.12.2011, 07:24 UhrAnonymer Benutzer: ProfessorkeineAhnung

    Nunja auch in China gehen mal die Lichter aus.
    Das war nur der Anfang, den die Chinesische Regierung ist
    toatl Überschuldet und wid aus dieser Misere nicht so schnell den Kopf aus der Schlinge ziehen.

    Die Prognosen für nächstes Jahr werden sehr wahrscheinlich sehr Nüchtern verlaufen. Weltweit gesehen wird die nächste Rezision noch härter ausfallen als die von 2009.

    Gott steh uns bei!!!

  • 11.12.2011, 21:16 UhrAnonymer Benutzer: Fat_Bob_ger

    Das Argument, dass Chinesen mit hohem EK finanzieren habe ich schon gehört und erscheint stichhaltig. Allerdings glaube ich nicht, dass Immobilienentwickler alles mit EK finanzieren. Vielleicht haben manche mehrere Projekte gleichzeitig laufen, und wenn die dann unter Wasser stehen, gibt es Pleiten, die auf den Bauarbeitsmarkt durchschlagen und die Binnenkonjunktur heftigst treffen. Die reichsten und investitionsfreudigsten Chinesen sind an der Küste, und die werden nichts mehr konsumieren, um ihre Verluste auszusitzen. Vom Westen werden auch kaum zusätzliche Aufträge kommen, so dass eine internationale Abkühlung der Wirtschaft massiv durchschlagen kann. Insoweit kann man jetzt wetten, wann der Crash am wahrscheinlichsten ist. Mein Tipp: 2. Halbjahr 2012, falls dort die Energiepreise wg. Iran/Israel steigen. die Freude mancher am pot. Eurountergang kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das sind halt Egomanen, die meinen, weil sie sich ein paar Unzen Gold zurückgelegt haben, sind sie dann aus dem Schneider. Im WK II haben manche Stuttgarter für ein Säckchen Mehl und eine Fl. Speiseöl und einen geräucherten Bauchspeck ihr Gold weggegeben. Wenn der herbeigesehnte Totalzusammenbruch kommt, wird es für niemanden lustig, außer für den, der sein Eigentum mit der Waffe verteidigen kann.
    Fazit: Es braut sich etwas zusammen: fundamental und charttechnisch.

  • 11.12.2011, 16:01 Uhrk.h.a.

    Seit 2007 von mir angekündigt, nur verzögert durch die staatssubventionierte Krisenreaktion weltweit.
    Das ist in China nicht anders als anderswo, etwa auch in Deutschland:
    Mit dem Grad der Naivität wächst neben Ohnmachtsgefühlen auch die Wut auf all die, welche nicht so naiv sind. So leidet zwar das Ansehen von Bankern, Finanziers und anderen wirtschftlich Erfahrenen - helfen kann das natürlich niemandem.
    Allerdings kann in totalitären Regimen wie China Destabilisierung um sich greifen und wegen der hohen Zahl des Prekariats all das schöne Wirtschaftswunder ungeordnet in sich zusammenfallen.
    Die Folgen wären desaströs für alle Ökonomien weltweit.

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