Mittlerweile wird es schon schwierig, Krankenschwestern, Polizisten oder Kassiererinnen für Paris zu finden, sie können sich das Leben in der Metropole nicht mehr leisten. Auch in der nahe liegenden Banlieue sind die Mieten und Preise hochgeschnellt. So bleibt oft nur noch der Ausweg in die weiter entfernten Vorstädte.
In der Innenstadt und den Vororten wird viel zu wenig gebaut
Gleich mehrere Gründe sind für die angespannte Wohnungssituation verantwortlich. Zum einen ist Paris im Vergleich zu anderen Großstädten flächenmäßig verhältnismäßig klein. Innerhalb des „Boulevard Périphérique“, der Ringautobahn und offiziellen Stadtgrenze, drängen sich auf 105,4 Quadratkilometern 2,2 Millionen Menschen. Berlin mit 3,4 Millionen Einwohnern ist fast neunmal größer. In den Pariser Vorstädten wohnen weitere 7,8 Millionen Menschen.
Für sie alle jedoch werden viel zu wenige Wohnungen neu gebaut – ein Problem, das sich in der Krise ab 2009 noch verstärkt hat. Der Bedarf wird auf 70 000 neue Wohnungen pro Jahr in Paris und Umgebung geschätzt, gebaut werden aber gerade einmal halb so viele. Entsprechend länger sind die Wartelisten für Sozialwohnungen.
Die Krise ließ die Franzosen zudem immer mehr in Immobilien investieren. „Sie gelten gegenüber der Börse als sichere Anlage“, sagt Alain Dinin, Präsident des Immobilienmarktführers Nexity. Dazu kommt, dass dank niedriger Kredite seit Jahren immer mehr reiche Ausländer in Paris kaufen und die Wohnungen teuer an Touristen vermieten. Das Geschäft mit den Ferienwohnungen ist zwar verboten, doch kontrolliert wird es bisher kaum. Nach Schätzungen fallen dadurch zwischen 20000 und 40000 Wohnungen in Paris weg.




