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Investment in Immobilien: Große Chancen in Polen

Der polnische Immobilienmarkt erlebt dank steigender Nachfrage einen regelrechten Boom und wird auch für ausländische Investoren zunehmend attraktiver. Dabei profitiert Polen vor allem von der Schwäche seiner Nachbarn.

Investoren bescheinigen Polens Immobilienmarkt großes Potenzial Quelle: AP
Investoren bescheinigen Polens Immobilienmarkt großes Potenzial Quelle: AP

DüsseldorfPolen lockt wieder deutsche Immobilieninvestoren. Allein die Hamburger Fondsgesellschaft Union Investment Real Estate (UIR) hat in den vergangenen zwölf Monaten für ihre offenen Immobilienfonds drei Bürotürme in Warschau erworben. Deren Kaufpreise summieren sich auf 220 Millionen Euro. Zuletzt investierte der Fondsanbieter der Volks- und Raiffeisenbanken 76 Millionen Euro in den „Zebra-Tower“ – eine bislang nur zu 75 Prozent vermietete Projektentwicklung. „Die stabile Nachfrage nach hochwertigen Flächen in zentralen Lagen lässt eine schnelle Vollvermietung erwarten“, gibt sich Karl-Joseph Hermanns-Engel, Mitglied der UIR-Geschäftsführung, optimistisch.

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Ähnlich zuversichtlich beurteilen auch andere Beobachter den Markt. „Polen bietet viel Potenzial“, sagt Rainer Eichholz, Sprecher der Geschäftsführung der Hochtief Projektentwicklungsgesellschaft, und verweist auf das „Wunder an der Weichsel“: Als einziger EU-Staat wies Polen auch 2009 während der Finanzkrise ein positives Wirtschaftswachstum auf. Im vergangenen Jahr stieg das Bruttoinlandsprodukt um 3,7 Prozent. Für 2011 rechnen Ökonomen sogar mit einem Zuwachs der Wirtschaftsleistung von vier bis 4,5 Prozent.

Die Projektentwicklungssparte des deutschen Baukonzerns arbeitet derzeit an zwei Vorhaben in Warschau: „Im historischen Stadtteil haben wir eine Bestandsimmobilie im Blick, die wir in Kombination mit einem Neubau zu einem Geschäftshaus entwickeln wollen“, sagt Eichholz. „Darüber hinaus planen wir einen Büroneubau im modernen Geschäftsviertel der Hauptstadt.“

Polen profitiert von der Schwäche seiner Nachbarländer

Dariusz Kunik, Leiter Zentral- und Osteuropa bei der Düsseldorfer Beratungsgesellschaft Aengevelt, sieht deutlichen Bedarf für weitere Bürobauten in Warschau. „Das Vermietungsvolumen ist 2010 gegenüber dem Vorjahr um 80 Prozent auf rund 400000 Quadratmeter gestiegen, während kaum neue Objekte fertig gestellt wurden“, rechnet er vor. Und in diesem Jahr, so seine Schätzung, werde der Vermietungsabsatz sogar 500000 Quadratmeter betragen, während lediglich Neubauten mit einem Gesamtvolumen von 110000 Quadratmetern auf den Markt kommen würden. „Die Spitzenmiete dürfte bis Jahresende um bis zu zwei Euro auf 25 Euro pro Quadratmeter und Monat steigen“, prognostiziert Aengevelt-Mann Kunik.

Zugleich geht der Experte davon aus, dass auch die Investments in polnische Immobilien 2011 weiter steigen werden. Bereits im vergangenen Jahr hatten Anleger aus dem In- und Ausland nach Aengevelt-Berechnungen rund zwei Milliarden Euro in polnischen Immobilien angelegt – ein Plus von 167 Prozent gegenüber den 750 Millionen Euro in 2009. Kunik: „Polen profitiert vom Attraktivitätsverlust anderer osteuropäischer Staaten.“

Das zeigen auch neue Studien der Immobilienberatungsgesellschaften BNP Paribas Real Estate, Colliers International und Savills: Während in Warschau nur 7,2 Prozent der insgesamt 3,4 Millionen Quadratmeter Büroflächen unvermietet sind, harren in Prag 13,8 Prozent der 2,7 Millionen Quadratmeter auf Nutzer. Dennoch verlangen Verkäufer in der tschechischen Hauptstadt bislang Preise, die mit denen in der polnischen Metropole durchaus vergleichbar sind. Die Folge: Die Bruttoanfangsrenditen sind mit jeweils rund sieben Prozent in beiden Städten identisch. Giles Wilcox, Leiter der europäischen Investmentsparte bei Savills, rechnet aus diesem Grund auch damit, dass sich ausländische Investoren auch auf absehbare Zeit auf Warschau fokussieren werden: „Die Dynamik des Marktes wird ihren Appetit noch verstärken.“

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