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„Massive Probleme“: Mieterbund-Chef warnt vor Wohnungsnot in Großstädten

Groß-und Universitätsstädte steuerten „auf eine mittlere Katastrophe zu“, weil bezahlbarer Wohnraum fehle, warnt Franz-Georg Rips. Der Chef des Deutsche Mieterbundes fordert von der Politik schnell neue Wohnkonzepte.

Hinweis auf zu vermietende Wohnung in Düsseldorf: In vielen deutschen Großstädten werden bezahlbare Mietwohnungen knapp. Quelle: dpa
Hinweis auf zu vermietende Wohnung in Düsseldorf: In vielen deutschen Großstädten werden bezahlbare Mietwohnungen knapp. Quelle: dpa

MünchenDie Explosion der Mieten in vielen Städten birgt zunehmend sozialen Sprengstoff, nun schlägt auch der Deutsche Mieterbund Alarm. Angesichts steigender Mieten und Energiepreise hat Mieterbund-Präsident Franz-Georg Rips vor dramatischen Zuständen auf dem Wohnungsmarkt gewarnt.

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Schon heute hätten viele Menschen "massive Probleme, eine bezahlbare Wohnung zu finden", sagte Rips dem Magazin "Focus" laut Vorabmeldung vom Sonntag. "Dieser Trend wird sich weiter verschärfen." Auch die SPD ist alarmiert. In Hamburg, Berlin und Freiburg demonstrierten am Samstag Tausende Menschen gegen hohe Mieten.

Wo wohnt man günstig - und wo teuer?

  • Günstig, Platz 6

    Vogtlandkreis
    Der Vogtlandkreis im Westen von Sachsen kann mit günstigen Grundstückspreisen aufwarten: In der Gemeinde Ellefeld etwa kostet der Quadratmeter 295,5 Euro.

  • Günstig, Platz 5

    Uckermark
    Die brandenburgische Uckermark landet auf Platz fünf der günstigsten Regionen Deutschlands. In der Gemeinde Templin wohnt es sich besonders günstig: Hier zahlt man nur 343,8 Euro.

  • Günstig, Platz 4

    Bad Kissingen
    Der Kreis Bad Kissingen liegt im bayerischen Unterfranken, nahe an der Grenze zu Hessen und Thüringen. In der Gemeinde Zeitlofs zahlt man wenigsten: nämlich nur 248,3 Euro.

  • Günstig, Platz 3

    Wartburgkreis
    Der Wartburgkreis liegt in Thüringen an der Grenze zu Hessen. Günstigster Wohnort ist die Gemeinde Treffurt: Dort kostet der Quadratmeter 242,9 Euro.

  • Günstig, Platz 2

    Kreis Haßberge
    Der Kreis Haßberge liegt nördlich des Mains im bayerischen Unterfranken. In der Gemeinde Kirchlauter kostet der Quadratmeter 232,4 Euro.

  • Günstig, Platz 1

    Mansfeld-Südharz
    In der Region Mansfeld-Südharz bei Leipzig wohnt es sich am günstigsten - vor allem in der Gemeinde Sandersleben: Dort kostet der Quadratmeter 192,8 Euro. Aber auch in Blankenheim (233,5 Euro), Hettstedt (259,5 Euro) und Friedeburg (267,7 Euro) sind die Preise niedrig.

  • Teuer, Platz 6

    Bitburg-Prüm
    Der Kreis Bitburg-Prüm ist der am dünnsten besiedelste Landkreis von Rheinland-Pfalz. Doch im rund 400 Einwohner großen Ort Kruchten kostet der Quadratmeter laut Immobilienscout24 4882,9 Euro.

  • Teuer, Platz 5

    Hamburg
    Ein Quadratmeter in der Hamburger Hafencity kostet 5760,2 Euro. Ein wenig günstiger lebt es sich im Bezirk Harvesthude (5168,8 Euro).

  • Teuer, Platz 4

    Norderney
    Die ostfriesische Insel Norderney wartet mit hohen Grundstückspreisen auf. Für einen Quadratmeter zahlt man 6578,8 Euro.

  • Teuer, Platz 3

    München
    Der Münchener Bezirk Lehel landet auf dem dritten Platz. Dort kostet der Quadratmeter 6947,6 Euro. Auch die Bezirke Altstadt (6918 Euro), Maxvorstadt (5848,2 Euro), Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (5445,1 Euro) und Schwabing-West (5441,5 Euro) haben hohe Grundstückspreise.

  • Teuer, Platz 2

    Rathsweiler
    Im Kreis Krusel in Rheinland-Pfalz liegt der Ort Rathsweiler: Dort kostet der Quadratmeter 6951,3 Euro.

  • Teuer, Platz 1

    Sylt
    Die Gemeinde Kampen auf der Insel Sylt hat die teuersten Grundstückspreise Deutschlands: Der Quadratmeter kostet hier 12.605 Euro.

  • Quelle

    Quelle: Immobilienscout24; Referenzobjekt: eine Wohnung mit 80 Quadratmetern, 3 Zimmer, 30 Jahre alt.

Rips zufolge steuern Groß- und Universitätsstädte, in denen es bereits jetzt an preiswerten Wohnungen fehle, "auf eine mittlere Katastrophe zu". Die Verteuerung der Wohnkosten treffe nicht nur Einkommensschwache, Rentner und Studenten. "Auch normal- und sogar viele gutverdienende Haushalte können das nötige Geld kaum noch aufbringen."

Bestimmte Bevölkerungsschichten hätten aufgrund der stark gestiegenen Mieten kaum noch Chancen, in den Zentren der Großstädte zu leben, gab Rips zu bedenken. Noch seien die Städte relativ gut durchmischt. "Das ist ein Ausdruck für die stabile soziale Lage der Gesellschaft", sagte der Mieterbundpräsident. Doch drohten die Verhältnisse jetzt zu kippen. "Der soziale Frieden hängt ganz wesentlich davon ab, dass alle Schichten die Möglichkeiten haben, in allen Gebieten Deutschlands zu leben. Wenn das nicht mehr der Fall ist, brechen unruhige Zeiten an", warnte Rips.

Immobilien Wo Mieten und Kaufpreise steigen werden

  • Immobilien: Wo Mieten und Kaufpreise steigen werden
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  • Immobilien: Wo Mieten und Kaufpreise steigen werden
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Ein großes Problem sei die wachsende Altersarmut. "Wenn die Menschen künftig weniger Rente bekommen, aber immer höhere Wohnkosten zahlen müssen, dann ist das ein brandgefährlicher Zustand", sagte Rips. "Niemand sollte die soziale Sprengkraft unterschätzen".

An die Politiker appellierte der Mieterbund-Chef, schleunigst neue Wohnkonzepte zu entwickeln. "Schon bei der Bundestagswahl 2013 wird es - neben der Energiefrage - auf die Wohnungsfrage ankommen."

Immobilienpreise Wo sich die Preisblase aufbläht

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Die SPD hat die Problematik offenbar erkannt. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sagte am Samstag auf dem Landesparteitag der niedersächsischen SPD in Wolfsburg, er wolle sich für günstigeren Wohnraum in den deutschen Großstädten einsetzen. Viele Studenten, Auszubildende, aber auch junge Familien und alleinerziehende Frauen könnten sich in München, Hamburg, Berlin oder Düsseldorf keinen Wohnraum mehr in der Nähe ihres Arbeitsplatzes leisten, kritisierte Steinbrück. Er riet seiner Partei, sich mit Blick auf ein Regierungsprogramm mit dieser Frage zu befassen. Der Anteil der Mietausgaben müsse deutlich reduziert werden, auch "durch eine Wiederbelebung dessen, was wir mal sozialen Wohnungsbau genannt haben", sagte Steinbrück.

Wo die Mieten am höchsten sind

  • Große Unterschiede zwischen den Regionen

    Die Wohnungsmieten variieren je nach Ort beinahe um das dreifache. Eine Auswertung von Immobilienscout zeigt: Zwischen dem teuersten und dem billigsten Quadratmeterpreis liegen 7,40 Euro. Hier sind die fünf teuersten und die fünf billigsten Landkreise im 2. Halbjahr 2011.

  • Top 5: Hochtaunuskreis

    Im 2. Halbjahr 2011 lag der Quadratmeterpreis im Hochtaunuskreis bei 9,11 Euro. 2010 waren es noch 8,97 Euro.

  • Top 4: Miesbach

    Nur wenig verteuert haben sich die Mietpreise im Landkreis Miesbach, sie kletterten von 9,20 auf 9,21 Euro/qm.

  • Top 3: Ebersberg

    Im Landkreis Ebersberg werden Mieter stärker zur Kasse gebeten: Statt 8,97 (2010) zahlten sie im 2. Halbjahr 2011 9,22 Euro/qm.

  • Top 2: Starnberg

    Auch im teuren Landkreis Starnberg stieg der Quadratmeterpreis im Vergleich weiter an: von 10,46 auf satte 10,65 Euro.

  • Top 1: München

    Spitzenreiter ist und bleibt München. Im Landkreis zahlten Mieter im 2. Halbjahr 2011 satte 11,11 Euro pro Quadratmeter, zuvor waren es 10,78 Euro.

  • Flop 5: Hof

    Im Landkreis Hof ist der Quadratmeterpreis dagegen sehr niedrig: Mit 4,20 Euro ist man hier dabei, 2010 lag der Preis bei 4,10 Euro.

  • Flop 4: Höxter

    Auch in Höxter lässt es sich günstig wohnen. Der Mietpreis pro Quadratmeter lag konstant bei 4,19 Euro.

  • Flop 3: Bad Kissingen

    Ein Kurort mit günstigen Mietpreisen: Zwar zogen die Quadratmeterpreise seit 2010 um 10 Cent an, dennoch lagen sie mit 4,13 Euro noch weit unten auf der Skala.

  • Flop 2: Wunsiedel im Fichtelgebirge

    Ein klanghafter Name für einen Landkreis - und sehr günstige Preise für Mieter: Nur 3,74 Euro zahlten die 2011 für den Quadratmeter, der Anstieg um einen Cent seit 2010 ist moderat.

  • Flop 1: Lüchow-Dannenberg

    Am billigsten ist der Wohnraum in Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen): Hier zahlen Mieter 2011 nur 3,71 Euro/qm. Im Vergleich zu 2010 ist der Preis sogar noch um 13 Cent gesunken.

Massive Kritik übte Rips an Verkäufen kommunaler Wohnungsbestände. "Immer mehr ausländische Investoren, die das schnelle Geld machen wollen, stürzen sich auf den deutschen Wohnungsmarkt." Dabei habe sich bereits gezeigt, welche Risiken ein Verkauf öffentlicher Wohnungen an Immobilienfirmen berge: Entweder vernachlässige der neue Eigentümer aus Kostengründen die Instandhaltung oder es gebe Luxussanierungen.

Aus Protest gegen hohe Mieten und die Verdrängung von Mietern aus ihren Stadtteilen gingen am Samstag mehrere tausend Menschen in drei Großstädten auf die Straße. In Hamburg demonstrierten nach Veranstalterangaben 4000 Menschen, in Berlin mehr als 1000. In Freiburg beteiligten sich 500 Demonstranten an den Protesten.

 

  • 11.11.2012, 12:24 Uhrcharles_e

    "Ein großes Problem sei die wachsende Altersarmut. "Wenn die Menschen künftig weniger Rente bekommen, aber immer höhere Wohnkosten zahlen müssen, dann ist das ein brandgefährlicher Zustand", sagte Rips. "Niemand sollte die soziale Sprengkraft unterschätzen"."

    oh ja ...

    ... bewaffnete, organisierte, dezentral und autark operierende, mit C4 ausgestattete Rentnerbanden legen die deutsche Infrastruktur lahm und vertreiben das scheue reh, das Kapital, aus dem Lande...

    "entweder mit uns - oder gar nicht" wird deren Motto sein.

    Aber die Regierung ist darauf schon vorbereitet: Bundeswehreinsätze unserer neuen Söldnerarmee sind nun auch im Innern erlaubt.

    Zum Schutze der gesellschaftlichen Ordnung, der Ordnung aus Herr und Knecht, wurde der Schießbefehl europaweit legalisiert.

    suum cuique.

  • 11.11.2012, 12:32 UhrJngfrauvongottvergewaltigt

    Wir müssen mehr Bauarbeiter mit ihrne Familien immigrieren lassen die Druck auf den Wohnugsmarkt machen und die Mieten (und damit den Wert der Immobilien - kurz bis mittelfristig zunächst mal) steigern. Nur dann wird der Staat sich dazu aufschwingen/erpressen lassen Jobs im sozialen Wohnungsbau zu schaffen und Rentnern ein Zubrot zur PeEnsion über Vermietung an Sozialhilfemepfänger aus Steuergeldenr zu zahlen.

  • 11.11.2012, 12:55 UhrGhostOfDorian

    Wer 1997 7 € pro Quadratmeter Miete bezahlen musste, liegt bei jährlich 2% Inflation heute bei 10 €. Bei der ganzen Mietendebatte vergessen die Mieter allzu leicht, dass sich von 1997 bis 2005 die Mieten um keinen Millimeter nach oben bewegt haben (vielleicht mit Ausnahme von München). In dieser Zeit sind die Neubaukosten aber munter gestiegen. Die Abschreibungsbedingungen für Neubauten wurden massiv verschlechtert, mit anderen Worten der Bau von Wohnungen wurde erheblich teurer. Das hat zu einer Knappheit von Wohnraum geführt. Daher holen die Mieten die Inflation früherer Jahre nun nach.

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