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Niedrige Zinsen: Private Bausparkassen verzeichnen Zulauf

Bausparen ist angesichts niedriger Zinsen voll im Trend: 2012 haben die privaten Bausparkassen das zweitbeste Jahr der Geschichte verzeichnet. Und die Entwicklung soll sich auch in diesem Jahr fortsetzen.

Bausparen ist voll im Trend. Quelle: dpa
Bausparen ist voll im Trend. Quelle: dpa

FrankfurtNiedrige Zinsen ermutigen die Deutschen offenbar zum Bausparen. Die zwölf privaten Bausparkassen haben 2012 das zweitbeste Jahr ihrer Geschichte erlebt. Die Kunden schlossen 2,1 Millionen neue Verträge über insgesamt 65,6 Milliarden Euro ab, wie der Verband der Privaten Bausparkassen am Mittwoch berichtete.

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Renditevergleich: Bausparen versus Banksparplan

  • Vorgaben

    Mann, ledig, älter als 25 Jahre, Angestellter, verdient mehr als 25.600 Euro brutto im Jahr.
    Quelle: FMH Finanzberatung

  • Bausparvertrag

    Sparrate im Monat: 83 Euro – kann aber auch beliebig höher sein, Sparzeit: Sieben Jahre

  • Platz 5

    Deutsche Bank
    Sparsumme: 6.972 Euro, Guthaben: 7.255 Euro, Rendite: 1,12 Prozent

  • Platz 4

    Schwäbisch Hall
    Sparsumme: 6.972 Euro, Guthaben: 7.304, Rendite: 1,31 Prozent

  • Platz 3

    Wüstenrot
    Sparsumme: 6.972 Euro, Guthaben: 7.367 Euro, Rendite: 1,55 Prozent

  • Platz 2

    Alte Leipziger
    Sparsumme: 6.972 Euro, Guthaben: 7.528 Euro, Rendite: 2,16 Prozent

  • Platz 1

    Debeka
    Sparsumme: 6.972 Euro, Guthaben: 7.655 Euro, Rendite: 2,63 Prozent

  • Sparplan der Banken

    Voraussetzungen: sieben Jahre, 100 Euro Sparrate, Neukunde
    Quelle: FMH Finanzberatung

  • Platz 5

    PSD Bank RheinNeckarSaar,

    Angebot: Regional, Rendite: 1,89 Prozent, Zinssatz: fest

  • Platz 4

    Sparda-Bank München,

    Angebot: Regional, Rendite: 1,90 Prozent, Zinssatz: variabel

  • Platz 3

    NordFinanz Bank AG,

    Angebot: Bundesweit, Rendite: 2,14 Prozent, Zinssatz: fest

  • Platz 2

    PSD Bank München,

    Angebot: Regional, Rendite: 2,33 Prozent, Zinssatz: variabel

  • Platz 1

    VTB Direktbank,

    Angebot: Bundesweit, Rendite: 3 Prozent, Zinssatz: fest

Die Zahl der Verträge stieg damit um 3,3 Prozent, die Bausparsumme um 1,6 Prozent. Ein größeres Bausparvolumen hatte die Branche nur 2003 verzeichnet. Auf die laufenden Verträge wurden 18,7 Milliarden Euro angespart, das sind 3,3 Prozent mehr ein Jahr zuvor. Zugleich ließen sich die Bausparer 24,1 Milliarden Euro an angesparten Guthaben und Krediten auszahlen, ein Plus von 2,8 Prozent.

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Der Präsident des Verbandes, Andreas Zehnder, rechnet auch 2013 mit einer positiven Entwicklung. Zum Verband gehören alle deutschen Bausparkassen, darunter die Marktführer Schwäbisch Hall, Wüstenrot und BHW, nicht aber die zehn zum öffentlichen Sektor gehörenden Landesbausparkassen (LBS). Diese haben noch keine Zahlen für 2012 vorgelegt.

So funktioniert Bausparen

  • Ansparphase (1)

    Bausparer sammeln zunächst ihr Guthaben an. Bei Verträgen, die für eine spätere Finanzierung gedacht sind, ist die Verzinsung nicht so wichtig und auch häufig schlechter als bei den besten Banksparplänen. Die Sparphase läuft mindestens so lange, bis der Kunde das Mindestguthaben erreicht hat.

  • Ansparphase (2)

    Die Höhe der Ansparrate wird tariflich über die Regelsparrate ausgewiesen, die aber keine Verpflichtung sondern stellt nur eine Empfehlung darstellt. Der Bausparer kann das Mindestguthaben in einem Betrag einzahlen, einen freien Betrag regelmäßig oder unregelmäßig einzahlen oder auch beliebig lange Zeit seine Einzahlung ganz aussetzen.

  • Zuteilung (1)

    Wenn der Bausparer das vereinbarte Mindestguthaben angespart, die abhängige Bewertungszahl erreicht und die Mindestwartezeiten eingehalten hat, ist der Vertrag zuteilungsreif. Dann kann der Kunde die Bausparsumme (Sparguthaben plus Bauspardarlehen) für die Finanzierung nutzen.

  • Zuteilung (2)

    Damit der Kunde sein Bauspardarlehen auch erhält, müssen allerdings einige Bedingungen erfüllt sein: Der Darlehensbetrag muss innerhalb von 80 Prozent des Beleihungswertes - etwa 72 Prozent des Kaufpreises - abgesichert werden und die Bonität des Bausparers muss ausreichend sein.

  • Darlehensphase (1)

    Der Kunde zahlt für den Kredit einen bei Vertragsschluss bereits vereinbarten Zinssatz. Die monatliche Rückzahlung des Darlehens wird auch Tilgungsrate genannt und fast immer in Promille der Bausparsumme aus gewiesen. Es ist schon bei Vertragsabschluss daher auf eine angemessene Ratenhöhe zu achten.

  • Darlehensphase (2)

    Wer sein Darlehen vorzeitig zurückzahlen möchte, muss dafür keine Vorfälligkeitsentschädigung entrichten. Das gilt sowohl für teilweise wie auch komplette Rückzahlungen.

Die Branche war zuletzt ins Gerede gekommen, weil mehrere Bausparkassen versuchten, die Kunden aus alten, gut verzinsten Verträgen hinauszudrängen. Die Branchenzahlen deuten aber darauf hin, dass es sich nicht um ein Massenphänomen handelt.

Viele Bausparer profitieren zwar von den hohen Sparzinsen, denken aber nicht daran, die Darlehen zum damals vereinbarten höheren Zins in Anspruch zu nehmen. Sie besorgen sich Kredite stattdessen billiger bei Banken. Das bringt die Bausparkassen in Bedrängnis.

Warum sollte ich einen Bausparvertrag abschließen?

  • Zinsgarantie

    Weil die späteren Darlehenszinsen bereits bei Abschluss des Bausparvertrages garantiert werden – selbst wenn das Darlehen erst in 20 Jahren oder später ausgezahlt werden sollte.

  • Renovierungen

    Weil Bausparverträge nicht nur bei Bau- oder Kaufvorhaben eingesetzt werden können, sondern auch bei Renovierungen und Modernisierungen.

  • Grundbuch

    Weil Bauspardarlehen auch nachrangig im Grundbuch abgesichert werden können, ohne dass dafür – wie bei einem Bankdarlehen – höhere Zinsen anfallen. Voraussetzung ist, dass Bank- und Bauspardarlehen zusammen nicht mehr als 80 Prozent des Beleihungswertes ausmachen. Das entspricht etwa 72 Prozent des Kaufpreises oder Verkehrswertes.

  • Niedrige Darlehenszinsen

    Weil die meisten Bausparkassen Darlehenszinsen zwischen 2,75 und 4,25 Prozent anbieten. Bei einigen wenigen Bauspartarifen liegen die Kreditzinsen bei fünf Prozent, dafür gibt es aber auch drei Prozent an Guthabenzinsen. Sollte die spätere Bankhypothek billiger sein als das Bauspardarlehen, kann man sich problemlos für das Bankdarlehen entscheiden und auf das Bauspardarlehen verzichten. Folglich sind hohe Guthaben- und Darlehenszinsen beim Bausparen nicht unbedingt falsch.

  • Keine Ansparraten

    Weil man keine festen Ansparraten hat, solange man den Vertrag nicht an eine Bank abgetreten hat. Man kann die Regelsparrate des Tarifs wählen oder jeden anderen beliebigen Betrag monatlich einbezahlen oder in einzelnen größeren Beträgen sein Bausparguthaben ansparen. Selbst wenn der Bausparvertrag jahrelang nicht bespart wird, schickt die Bausparkasse keine Mahnung.

  • Wohnungsbauprämie

    Weil man noch Wohnungsbauprämie vom Staat bekommt, wenn man als Lediger maximal 25.600 Euro zu versteuerndes Einkommen hat. Die Wohnungsbauprämie wird dem Bausparkonto jedoch nur dann gutgeschrieben, wenn das Guthaben für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet wird. Dazu zählt aber auch die Badrenovierung in einer Mietwohnung oder der Kauf einer neuen Einbauküche.

  • Hohe Rendite

    Wer die oben genannte Einkommensgrenze einhält, erzielt bei der optimalen Sparrate von monatlich 43 Euro nach sieben Jahren Sparzeit eine Rendite von drei bis fünf Prozent – je nach Bausparkasse. Die staatliche Förderung durch die Wohnungsbauprämie beträgt jährlich 45,06 Euro. Das sind 8,8 Prozent auf die maximal geförderte Jahressparrate von 512 Euro. Bei verheirateten Personen verdoppeln sich Einkommenshöhe und Sparrate – die Rendite ist fast identisch.

  • Sparen für Kinder und Enkel

    Wer für seine Kinder oder Enkel sparen will, kann das über einen Bausparvertrag tun. Ist das Kind mindestens 16 Jahre alt, hat es Anspruch auf die Wohnungsbauprämie, ohne dass das geförderte Bausparguthaben später für wohnwirtschaftliche Zwecke eingesetzt werden muss. Voraussetzung ist, dass das Kind bei Vertragsabschluss das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Daraus ergibt sich bei optimaler Bausparhöhe eine garantierte Rendite von bis zu fünf Prozent – ein Wert, der derzeit nur selten erzielt wird.

  • Zielgerichtetes Sparen

    Weil ein Bausparvertrag zielgerichtetes Sparen fördert. Man kündigt vermutlich kaum einen Bausparvertrag, um eine Urlaubsreise zu machen, da der Bausparvertrag helfen soll, den Wunsch nach einem Eigenheim zu verwirklichen. 

  • Unterstützung beim Eigenbau

    Weil man damit später seine Kinder oder Enkelkinder beim Eigenheimbau unterstützen kann. Dazu wählt man eine passende Vertragshöhe, die man bequem besparen und tilgen kann, und stellt später die Bausparsumme den Bauherren zur Verfügung.

  • Zinsrisiko absichern

    Man kann damit das Zinsrisiko beim Anschlussdarlehen absichern. Wer bereits ein Hypothekendarlehen hat, das weder eine Sondertilgung noch eine Tilgungsveränderung während der Zinsfestschreibung erlaubt, kann mit einem Bausparvertrag  sein Zinsrisiko beim Anschlussdarlehen reduzieren. Voraussetzung ist, dass der Bausparvertrag zum Ende der Zinsbindung sicher zugeteilt werden wird.

  • Fazit

    Ein Bausparvertrag eignet sich hervorragend zum Ansparen von Eigenkapital für ein späteres Bauvorhaben oder zur Bildung von Renovierungsrücklagen. Wer jedoch erst zum Zeitpunkt der Finanzierung einen Bausparvertrag abschließt, und damit später die Bankhypothek ablösen will, zahlt in aller Regel drauf. Quelle: FMH.

Sie versuchen, die Kunden auf neue Bausparverträge umzuleiten, die beim Ansparen zwar weniger abwerfen, später aber auch niedrigere Kreditzinsen kosten. 1997 lag der Guthabenzins auf Bausparguthaben bei durchschnittlich 3,12 Prozent, 2012 gerade noch bei 1,15 Prozent.

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