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Österreich: Krise der Gewerbeimmobilien spitzt sich zu

Der Gewerbeimmobilienmarkt in der Alpenrepublik liegt danieder. In Wien werden so wenige Büros gebaut wie zuletzt vor zehn Jahren. Nur der Wohnungsmarkt hat die Krise gut überstanden. Doch die stark steigende Arbeitslosigkeit wird für den Markt zunehmend zur Gefahr.

Der Wiener Wohnungsmarkt funktioniert auch noch nach der Krise. Quelle: ap
Der Wiener Wohnungsmarkt funktioniert auch noch nach der Krise. Quelle: ap

WIEN. Österreichs Immobilienmarkt ist gespalten. Während das Geschäft mit Wohnungen die Krise vergleichsweise gut überstanden hat, laufen Gewerbeimmobilien (Büros, Handel, Logistik) deutlich schlechter. Im neuen Jahr wird sich an dieser Situation bei gewerblichen Immobilien zunächst nicht viel ändern. Investoren und Immobilienexperten setzen auf eine leichte Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte.

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Ausländische Investoren haben sich aus dem österreichischen Gewerbeimmobilienmarkt weitgehend zurückgezogen. Laut Immobiliendienstleister CB Richard Ellis (CBRE) ist das Transaktionsvolumen im vergangenen Jahr um 38 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro zurückgegangen und hat damit das Niveau des Jahres 2003 erreicht.

Bei Büroimmobilien, dem wichtigsten Segment, ist die Lage nicht besonders gut. In Wien, dem zentralen und entscheidenden Markt für Büros in Österreich, werden 2010 etwa 185 000 Quadratmeter an neuer Fläche dazukommen - der geringste Zuwachs während der vergangenen zehn Jahre. Die Leerstandsquote, aktuell in Wien bei 5,9 Prozent, wird nach Schätzung von Ehlmaier-Immobilien trotz des geringen Flächenzuwachses bis zum Sommer auf 6,1 Prozent steigen. Zum Vergleich: In den deutschen Metropolen beträgt der Leerstand im Schnitt etwa zehn Prozent.

Gleichzeitig ist der Fall der Büromieten noch nicht beendet. "Die Bewegung nach unten ist weiterhin in Gang", sagt Gernot Jany, Immobilienanalyst bei der Ersten Bank in Wien. Gewerbeimmobilien seien von der konjunkturellen Entwicklung abhängig. Solange sich die Wirtschaft nicht eindeutig erhole, könne es auch mit den Immobilien nicht so schnell wieder nach oben gehen. Allen voran fallen die Spitzenmieten weiter. Viele Unternehmen setzen ihren Sparkurs fort und sind deshalb nicht bereit, die Preise der Vergangenheit zu zahlen.

Angespannt bleibt es auch bei Handelsimmobilien: In Österreich ist in diesem Jahr nicht damit zu rechnen, dass in nennenswerter Zahl neue Objekte auf den Markt kommen.

Es gibt allerdings eine Ausnahme auf Österreichs Immobilienmarkt. "Der Wohnbereich ist relativ gut gelaufen", unterstreicht Immobilienanalyst Jany. Probleme könnten dort nur dann entstehen, wenn die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr viel stärker als erwartet in die Höhe gehen würde. Vor allem Investoren haben den Wohnungsmarkt für sich entdeckt. Aus Angst vor einer möglichen Inflation flüchtet so mancher Anleger in Österreich in Sachwerte. Da neue Objekte auch in diesem Teilsegment nur in begrenztem Umfang auf den Markt kommen, ist wegen des hohen Anlegerinteresses sogar mit steigenden Preisen zu rechnen.

Schneller entspannen würde sich die Situation in Österreich, wenn die Banken Kredite weniger restriktiv vergeben würden.

  • 25.01.2010, 10:41 UhrAnonymer Benutzer: Dietmar

    immobilien sind keine Sachwerte, sondern Anleihen.
    Und immobil. Der Staat kann sich immer bedienen (in baden-Württemberg z. b. werden die Grundsteuern schon fleißig erhöht).

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