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Offene Immobilienfonds: Schonfrist für offene Immobilienfonds läuft ab

2008 hätte das Jahr der offenen Immobilienfonds werden können. Doch die im Zuge der Hypo Real Estate-Krise ausgesprochene Garantie für Spareinlagen führte dazu, dass Anleger massiv Geld aus offenen Immobilienfonds abzogen. Ende Januar wollen die Fonds nun wieder Anteile gegen Geld tauschen – doch die Aussichten für die Branche sind alles andere als rosig.

Fondsgelder sind keine Spareinlagen. Daraus schlossen viele Anleger, dass diese unsicher seien und zogen massiv Geld ab. Foto: Archiv
Fondsgelder sind keine Spareinlagen. Daraus schlossen viele Anleger, dass diese unsicher seien und zogen massiv Geld ab. Foto: Archiv

DÜSSELDORF. Die Deutschen pumpten von Jahresanfang bis Ende September rund 5,5 Mrd. Euro in diese Anlageform. Manche Gesellschaften wehrten sich sogar gegen die Geldflut, indem sie die Ausgabe von Anteilen zeitweise stoppten. Immobilien werfen mehr Gewinn ab als kurzfristig geparktes Geldvermögen. Folgerichtig wollten die Fonds die Rendite nicht durch hohe liquide Mittel verwässern.

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Dann kam Anfang Oktober der Tag, an dem Bundeskanzlerin Angela Merkel unter dem Eindruck der Schieflage des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate eine Garantie für alle Spareinlagen aussprach. Fondsgelder sind keine Spareinlagen, woraus Anleger voreilig schlossen, dass diese unsicher seien. Sie zogen massiv Geld aus offenen Immobilienfonds ab. Von den 5,5 Mrd. Euro blieben laut Statistik des Branchenverbandes BVI nur noch 500 Mio. Euro Nettomittelzufluss für die ersten zehn Monate übrig. Es ist fraglich, ob es bei diesem Plus geblieben wäre, wenn nicht zwischenzeitlich zwölf Fonds die Anteilsrücknahme für mindestens drei Monate ausgesetzt hätten.

Den Anfang machte am Montag, 27. Oktober, der mit 610 Mio. Dollar Volumen kleine Kanam-Fonds US-Grundinvest. Die Erläuterung des Anbieters Kanam leuchtete ein: Anleger hätten Devisenkursgewinne bei dem einzigen in Dollar notierten deutschen Fonds mitgenommen. Wer drei Monate zuvor in den Fonds eingestiegen war, verbuchte allein durch den starken Dollar 20 Prozent Plus. Als am Freitag Woche und Monat zu Ende gingen, gab der 6,5 Mrd. Euro schwere Credit-Suisse-Fonds CS Euroreal als einer der letzten in der Serie auf. Damit waren mehr als 30 Mrd. Euro Anlegergelder von der Auszahlung ausgeschlossen – 40 Prozent des gesamten Marktvolumens und dreimal soviel wie während der Krise vor drei Jahren. Drohende Wertberichtigungen waren damals der Grund, warum Anleger aus offenen Immobilienfonds flüchteten. „Wir sind von der Wucht der Verkäufe überrascht“, sagt BVI-Vorstand Heiko Beck zur Entwicklung im laufenden Jahr.

Für die Fonds ist die Lage auch deshalb schwierig, weil sie gerade dabei gewesen sind, Liquidität durch Immobilieninvestitionen abzubauen. Deshalb erreichte die freie Liquidität auch so schnell die gesetzliche Mindestliquidität von fünf Prozent. In den Kassen war häufig mehr. Nur: Das Geld war gebunden, weil es beispielsweise für anstehende Kaufpreisraten reserviert war.

Wie schnell ein Fonds trotz 25 Prozent liquider Mittel in die Knie gehen kann, zeigt das Beispiel des heute rund 4,6 Mrd. Euro schweren und in Europa investierenden Kanam Grundinvest. Vier Fünftel der liquiden Mittel seien gebunden gewesen, sagte ein Kanam-Sprecher. Mittelabflüsse in Höhe von rund 250 Mio. Euro hatten nach seinen Worten dazu geführt, dass die Anteilsrücknahme gestoppt werden musste.

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