
FRANKFURT, DÜSSELDORF. Anlegern offener Immobilienfonds, die ihre Anteile nicht gegen Geld tauschen können, flattern zurzeit unverlangt dubiose Umtauschangebote in die Briefkästen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt derzeit ausdrücklich vor einem Angebot der GE & F Capital UG. Die Gesellschaft kündigte zunächst im elektronischen Bundesanzeiger an, dass sie "39 Euro je Fondsanteil" am Degi Europa bietet. Dessen Fondsmanager Aberdeen hatte vor wenigen Tagen angekündigt, den Fonds bis 2013 aufzulösen und die Verkaufserlöse nach und nach an die Anleger auszuzahlen.
Auf den ersten Blick erscheint das Angebot verlockend. Denn die einzige Alternative die Anteile sofort zu Geld zu machen, bietet die Börse. Dort wurden am gestrigen Donenrstag Nachmittag für Degi-Europa-Anteile 33,40 Euro geboten. Fondsmanager Aberdeen, der wie vom Gesetz verlangt ebenso wie die anderen Anbieter eingefrorener Immobilienfonds, die Anteilspreise weiter berechnet, gibt diesen mit 48,38 Euro an.
Ein Blick auf die Internetseite der GE & F Capital offenbart allerdings, dass das verlockende Geschäft so einige Haken hat. Die Anleger bekommen nicht etwa eine Barauszahlung, sondern pro Anteil am Degi Europa zehn Aktien der SPV AG & Co. KGaA - einer Firma, die als Betreiberin eines Edelmetall-Shops und als Vermögensverwalterin Verluste schreibt. Die Aktien sind außerdem nicht börsennotiert und können so nicht ohne weiteres verkauft werden. Ob die Aktie der SPV AG & Co. KGaA tatsächlich 3,90 Euro wert ist, können die Anleger deshalb nicht überprüfen.
Die Verbrauchzentrale NRW hält das Angebot von GE & F Capital deshalb nicht für seriös. "Auch wenn diese Angebote legal sind, sie bringen dem Verbraucher Nachteile. Es wird mit der Angst der verunsicherten Anleger ein Geschäft gemacht."




