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Pfusch am Bau: Bauherren sind oft selber schuld

Unerledigte Arbeiten, unpünktlich gezahlte Raten: Zwischen Bauherr und Bauunternehmen kann es schnell zum Streit kommen. Experten und Verbänden sind überzeugt, die Häuslebauer sind oft viel zu unvorsichtig.

Beim Hausbau gibt es oft Ärger. Quelle: dpa
Beim Hausbau gibt es oft Ärger. Quelle: dpa

BerlinPrivate Bauherren müssen nach Einschätzung von Experten und Verbänden besser vor Pfusch am Bau geschützt werden - oft jedoch seien die Häuslebauer selbst schuld an ihrer Misere. „Durch den Kauf einer schlüsselfertigen Immobilie werden alle Planungs- und Überwachungsleistungen aus der Hand gegeben (...) im Glauben, man kann etwas sparen“, sagte der Bausachverständige Dieter Ansorge. Dann werde aber nicht mehr kontrolliert. „Die Leute wollen heute Häuser haben zum Preis eines Kleinwagens, die aber den Standard eines Mercedes haben sollen.“

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Laut Ansorge gebe es im Bauwesen pro Jahr mindestens einen Schaden in Höhe von fünf Milliarden Euro wegen Pfusch am Bau. Viele Firmen betrögen bewusst. „Es gibt keinen Bau mehr ohne Mängel“, sagte er. Der Verband Privater Bauherren (VBP) hat indes in einer Studie festgestellt, dass 97 Prozent der Standardverträge, die Bauherren mit Generalunternehmern oder einem Bauträger abschließen, Mängel haben.

Wo wohnt man günstig - und wo teuer?

  • Günstig, Platz 6

    Vogtlandkreis
    Der Vogtlandkreis im Westen von Sachsen kann mit günstigen Grundstückspreisen aufwarten: In der Gemeinde Ellefeld etwa kostet der Quadratmeter 295,5 Euro.

  • Günstig, Platz 5

    Uckermark
    Die brandenburgische Uckermark landet auf Platz fünf der günstigsten Regionen Deutschlands. In der Gemeinde Templin wohnt es sich besonders günstig: Hier zahlt man nur 343,8 Euro.

  • Günstig, Platz 4

    Bad Kissingen
    Der Kreis Bad Kissingen liegt im bayerischen Unterfranken, nahe an der Grenze zu Hessen und Thüringen. In der Gemeinde Zeitlofs zahlt man wenigsten: nämlich nur 248,3 Euro.

  • Günstig, Platz 3

    Wartburgkreis
    Der Wartburgkreis liegt in Thüringen an der Grenze zu Hessen. Günstigster Wohnort ist die Gemeinde Treffurt: Dort kostet der Quadratmeter 242,9 Euro.

  • Günstig, Platz 2

    Kreis Haßberge
    Der Kreis Haßberge liegt nördlich des Mains im bayerischen Unterfranken. In der Gemeinde Kirchlauter kostet der Quadratmeter 232,4 Euro.

  • Günstig, Platz 1

    Mansfeld-Südharz
    In der Region Mansfeld-Südharz bei Leipzig wohnt es sich am günstigsten - vor allem in der Gemeinde Sandersleben: Dort kostet der Quadratmeter 192,8 Euro. Aber auch in Blankenheim (233,5 Euro), Hettstedt (259,5 Euro) und Friedeburg (267,7 Euro) sind die Preise niedrig.

  • Teuer, Platz 6

    Bitburg-Prüm
    Der Kreis Bitburg-Prüm ist der am dünnsten besiedelste Landkreis von Rheinland-Pfalz. Doch im rund 400 Einwohner großen Ort Kruchten kostet der Quadratmeter laut Immobilienscout24 4882,9 Euro.

  • Teuer, Platz 5

    Hamburg
    Ein Quadratmeter in der Hamburger Hafencity kostet 5760,2 Euro. Ein wenig günstiger lebt es sich im Bezirk Harvesthude (5168,8 Euro).

  • Teuer, Platz 4

    Norderney
    Die ostfriesische Insel Norderney wartet mit hohen Grundstückspreisen auf. Für einen Quadratmeter zahlt man 6578,8 Euro.

  • Teuer, Platz 3

    München
    Der Münchener Bezirk Lehel landet auf dem dritten Platz. Dort kostet der Quadratmeter 6947,6 Euro. Auch die Bezirke Altstadt (6918 Euro), Maxvorstadt (5848,2 Euro), Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (5445,1 Euro) und Schwabing-West (5441,5 Euro) haben hohe Grundstückspreise.

  • Teuer, Platz 2

    Rathsweiler
    Im Kreis Krusel in Rheinland-Pfalz liegt der Ort Rathsweiler: Dort kostet der Quadratmeter 6951,3 Euro.

  • Teuer, Platz 1

    Sylt
    Die Gemeinde Kampen auf der Insel Sylt hat die teuersten Grundstückspreise Deutschlands: Der Quadratmeter kostet hier 12.605 Euro.

  • Quelle

    Quelle: Immobilienscout24; Referenzobjekt: eine Wohnung mit 80 Quadratmetern, 3 Zimmer, 30 Jahre alt.

Auch der VBP sieht die Häuslebauer stärker in der Verantwortung. Diese achteten oft zu wenig auf den Vertrag mit dem Generalunternehmer und verzichteten auf Expertenrat und Kontrolle während des Bauens, sagte Eva Reinhold-Postina vom VBP. „Die Prüfung von Handwerkerrechnungen, der technischen Ausführung, des verwendeten Materials - das können Sie selbst nicht überblicken, da brauchen Sie Rat von Experten.“

In den vergangenen Jahren wurden laut Angaben des Statistischen Bundesamts insgesamt über 40 000 Baustreitigkeiten im Jahr vor deutschen Amtsgerichten und in erster Instanz vor den Landgerichten erledigt.

Die Bundesregierung prüft inzwischen, wie Bauherren besser geschützt werden können. Allerdings steht der Prozess noch am Anfang. Eine Expertengruppe untersuche auch gesetzliche Neuregelungen des Bauvertragsrechts, bestätigte ein Sprecher des Justizministeriums am Montag einen entsprechenden Bericht der „Welt“ (Montag). Überprüft werden solle etwa das Insolvenzrecht. „Da ist die Frage, ob der existierende Schutz der Verbraucher gegen Zahlungsausfälle durch insolvent gegangene Bauunternehmen ausgeweitet werden kann“, sagte der Sprecher.

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Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) stellte sich hinter die Unternehmen. „Denn eine Vielzahl sogenannter Mängel resultiert daraus, dass während der Bauphase die Planung seitens des Bauherrn geändert wird, was zwangsläufig zu Kostensteigerungen führt, über die dann trefflich gestritten werden kann“, erklärte Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.

Der Verband Privater Bauherren und die Bundesarchitektenkammer hatten in dem „Welt“-Bericht gefordert, dass Häuslebauer besser vor unseriösen Baufirmen und Pfusch am Bau geschützt werden müssten. Die „Welt am Sonntag“ hatte unter Berufung auf Fachleute berichtet, dass Pfusch und Betrug im Zuge des Baubooms zunähmen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes über 96.000 neue Wohngebäude errichtet. Im Jahr zuvor waren es rund 84.000 gewesen.

 


  • 12.01.2013, 09:51 Uhrgoldeneye

    ... es gibt auch Bauträger (GU), die es partour NICHT wünschen, dass der Bauherr während der Bauzeit einmischt oder gar Zutritt zum Bau hat...... alles schon passiert!
    Das sind KRIMINELLE!!!!!!

  • 12.01.2013, 09:43 Uhrgoldeneye

    Bin selbst von einem Bauträger betrogen worden! Leider tummeln sich in Deutschland mehr und mehr dieser inkompetenten Typen, die meinen, sie können das schnelle Geld machen. Ergebnis: baupolizeiliche Einstellung, weil man nach nicht genehmigten Plänen gebaut hat. WER zahlt die Strafe? der Bauherr natürlich!
    SOFORT den Vertrag gekündigt, obwohl schon eine Überzahlung vorhanden war (Rohbau und Dachgerüst...).
    Seriösen Architekten engagiert, der zunächst mal die vorhandenen Mängel checkte (z.B. Abwasserrohre total gequetscht, voller Beton und statt nach aussen in die Kanalisation zu laufen, retour ins Haus !!!!! Miserable Statik der Garage (musste mit Flüssigbeton unterfüllt werden!, sämtliche Fenster/Tür Stürze total unterdimensioniert!) Viel Geld für Mängelbeseitigung ausgegeben, war aber notwendig. Der Architekt samt den Einzelgewerken hat hervorragend gearbeitet und ich habe jetzt eine 5jährige Gewährleistung auf die einzelen Gewerke. Ich empfehle JEDEM, ausschl. mit einem seriösen Architekten zu arbeiten. Finger weg von unseriösen Bauträger. Übrigens haben wir dann zusammen mit weiteren 4 Bauhandwerkern und 3 Bauherren Strafanzeige wegen BETRUG (die Bauherrengelder wurden nicht an die Bauhandwerker bezahlt, deshalb stellten die ihre Arbeiten ein) bei der Staatsanwaltschaft gestellt! 2 Jahre "Wartezeit" und was ist passiert? AUFGRUND INKOMPETENTEM STRAFJUSTIZPERSONAL (häuft sich hierzulande immer mehr...!) UND MANGELNDEN GEFÜHLEN DIERSER "HERRSCHAFTEN" GEGENÜBER den Geschädigten (um ca. 1 Mio € geht es in diesem Fall) kam der BETRÜGER mit nur 2500 € weg!!!!!
    WIE lange will die Politik das noch dulden? Die kümmern sich doch nur noch um Dinge die total unwichtig sind; die Politik ist m.E. TOTAL ÜBERFORDERT! DIE JUSTIZ, NA JA! KEINEN RESPEKT MEHR! Da wird nur noch vertuscht.....

  • 01.01.2013, 11:36 Uhrredjul

    @ Borene
    wenn ich mit der Objektüberwachung beauftragt bin, dann setze ich die Bauherrenrechte in Bezug auf Qualität, Termine, Zahlungen und Gewährleistungsanspruche auch durch. Dazu gehört auch eine Fotodokumentation. Leider habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass manche Bauherren dazu neigen Entscheidungen ohne Rücksprache zu treffen z.B. Firmen zu beauftragen, obwohl diese als unseriös oder überteuert bekannt sind weil diese dem Bauherr/Bauherrin schmeicheln und das Blaue vom Himmel versprechen oder von sonst wem empfohlen werden. Zu bauen ist für die meisten Bauhern ein Kraftakt bei dem schlicht der Überblick verloren geht und sich Fronten zwischen Bauherrn und Bauherrin aufbauen. Eigentlich wäre ein bischen Vorsicht und gesunder Menschenverstand immer angebracht bevor man irgendjemand ob Architekt oder Firma beauftragt, z.B. Reverenzen über die letzten 5 Jahre einholen, Foren aufsuchen oder anch die Schufa befragen.Kostet alles wenig oder gar kein Geld.

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