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Ungenutzte Büroflächen: Proteste gegen Wohnungsnot in Hamburg

Wohnungen fehlen, Büroflächen werden nicht genutzt: Dieser Widerspruch ärgert die Hamburger, sie demonstrieren gegen den Wohnraummangel. Die Protestierenden wollen leerstehende Flächen zu Wohnungen machen. Was die Bürger fordern – und wie die Politik reagiert.

Demonstration gegen Wohnraummangel in Hamburg. Quelle: dpa
Demonstration gegen Wohnraummangel in Hamburg. Quelle: dpa

HAMBURG. Etwa 40 000 Wohnungen fehlen in der Hansestadt. Gleichzeitig gibt es gut 1,2 Mio. Quadratmeter (qm) leerstehende Büroflächen. 45 000 qm davon gehören der Stadt.

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Diese Diskrepanz treibt viele Hamburger auf die Straße. Bei der jüngsten Demonstration gegen den Wohnraummangel vor wenigen Tagen wurden annähernd 3 500 Menschen gezählt.

Aufgerufen hatte das Bündnis „Recht auf Stadt“ in dem 108 Initiativen vereint sind. Unter dem Motto „Leerstand zu Wohnraum“ zog der Demonstrationszug quer durch Stadt zum „Astra-Turm“, den die Protestler als Symbol verfehlter Wohnungspolitik sehen. Das von der DWI Grundbesitz gebaute 18-geschossige Bürogebäude mit 11 300 qm Fläche stehe zu 70 Prozent leer. Verwalter Argoneo Real Estate spricht dagegen von 50 Prozent. Eine Umwandlung zu Wohnraum sei zudem aus technischen Gründen wie dem gesetzlich geforderten Schallschutz, zu tiefer Räume oder fehlender sanitärer Anlagen oft nicht möglich.

Kritiker werfen der Stadt eine verfehlte Wohnungspolitik vor

Sauer sind viele Wohnungssuchende in Hamburg auf die Politik, die sich bisher dagegen gesperrt hat, auf ursprünglich als Gewerbeflächen gekennzeichneten Grundstücken Wohnungen bauen zu lassen. Laut Eckard Pahlke, Chef des Mietervereins zu Hamburg, sind in der Stadt „500 Fußballfelder baureifer Gewerbeflächen“ ungenutzt. „Die Weichen wurden falsch gestellt.“ Zwar hat der neue Hamburger Bürgermeister Christoph Ahlhaus eine Kursänderung in der Baupolitik in Aussicht gestellt, doch bisher wurden lediglich zwei neue Wohnbauflächen freigegeben.

Das Ziel von Bausenatorin Anja Hajduk, jährlich 5 600 neue Wohnungen zu schaffen, wurde 2009 mit gerade einmal 3 200 deutlich verfehlt. In der Folge stiegen die Mieten im ersten Halbjahr 2010 erneut um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 10,15 Euro/qm und Monat, meldet Jones Lang Lasalle. Ein Ende der Spirale ist nicht abzusehen. Bis 2020 werden 40 000 Neu-Hamburger erwartet.

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