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Warnung vor Preiseinbruch: China lässt Luft aus der Immobilienblase

Die Gefahr einer Immobilienkrise soll in China gebannt werden: Deshalb legt Peking jetzt ein ehrgeiziges Bauprogramm vor. Zuletzt stiegen in den chinesischen Großstädten die Preise für Wohnungen um bis zu 20 Prozent.

Bau an einem Haus in Peking, China. Quelle: dpa
Bau an einem Haus in Peking, China. Quelle: dpa

PekingDie chinesische Regierung bereitet ihre Bevölkerung auf eine deutliche Korrektur am überhitzten Immobilienmarkt vor. Nachdem die Spitzenpolitiker des Landes in den vergangenen Tagen mehrfach auf ein gerade anlaufendes Wohnungsbauprogramm hingewiesen haben, legten mehrere Staatsmedien gestern mit einer klaren Warnung nach: "Hauspreise werden bis Jahresende um zehn Prozent fallen", lauteten Überschriften der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua oder der "Volkszeitung". Nachrichten in diesen Medien haben den Stellenwert staatlicher Verlautbarungen.

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Die Vizechefin des Forschungsinstituts am chinesischen Bauministerium kündigte zugleich an, dass die Regierung die Preise durch "massives finanzielles Engagement" drücken werde. Damit ist der Markt jetzt Chefsache: Die Privatwirtschaft gelte nur noch als "Ergänzung" der Regierungsaktivitäten, sagte Expertin Qin Hong. Insgesamt ist der Bau von 36 Millionen Wohnungen innerhalb von vier Jahren geplant. Eine Gruppe von 16 staatlichen Immobilienfirmen soll das gewaltige Bauprogramm schultern.

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Analysten trauen der Initiative zu, den erwünschten Effekt zu erzielen. "Dies wird den Preisauftrieb bei Wohnimmobilien in diesem Jahr stark bremsen und könnte sogar zu einem Preisrückgang führen", schreiben Experten der Deutschen Bank in einer aktuellen Studie. Ein landesweiter massiver Einbruch der Hauspreise sei jedoch nicht zu befürchten - dafür habe Peking eine zu genaue Kontrolle über die Stellschrauben der Konjunktur. Ziel der Regierung ist es, die Chinesen von ihrer Fixierung auf Wohneigentum als einzig sicherer Anlageform abzubringen. Statt das Geld zu sparen und in Beton anzulegen, sollen die Chinesen lieber ein bisschen mehr konsumieren und damit die Exportabhängigkeit der Wirtschaft verringern. Das staatliche Bauprogramm soll allen Akteuren klarmachen, dass man sich in Zukunft nicht mehr darauf verlassen kann, dass die Hauspreise wie zuletzt um 20 Prozent pro Jahr stiegen.

Regierung will mehr Wohnraum für die unteren Einkommensgruppen schaffen.
Diesem Ziel dient auch die derzeitige Informationspolitik: Wenn sich herumspricht, dass die Preise vor einer Trendwende stehen, dann ziehen sich die Käufer von allein zurück - das ist zumindest die Hoffnung. Die Führung will damit auch ein Szenario abwenden, das der US-Ökonom Nouriel Roubini entworfen hat: einen Crash des Immobilienmarkts im Jahr 2013, wenn sich das Investitionskarussell nicht mehr aufrechterhalten lässt - mit fatalen Folgen für die Gesamtwirtschaft.

Premier Wen Jiabao wiederholt daher bereits seit fünf Jahren immer wieder seine Sorge über zu schnell steigende Immobilienpreise. Zuletzt verbreitete er seine Botschaft mit besonderer Dringlichkeit: "Wir sind unbeugsam entschlossen, den unteren Einkommensgruppen bezahlbaren Wohnraum anzubieten", sagte der Regierungschef bei einer Baustellenbesichtigung. Die Preise seien "exorbitant". Später legte Präsident Hu Jintao nach: Jetzt sei es an der Zeit, in großem Maßstab auf sozialen Wohnungsbau zu setzen.

  • 28.06.2011, 23:52 UhrPeterScholz1

    Wenn Immobilien und Bürger nicht mehr funktionieren, dann steckt man denen das Haus an. Das wußte Nero.
    Städte abfackeln war auch im Mittelalter ein probates Mittel, um die Bürger auf andere Gedanken zu bringen.
    Auch der moderne Krieg ist darauf ausgerichtet, Städte in Trümmerlandschaften zu verwandeln.
    Doch wenn man dann nach altem Muster alles wieder so herstellt, wie es war, oder gar gemachte Fehler wie die Chinesen massenweise kopiert, dann frage ich nach der Intelligenz der Macher.
    Die chinesischen Sonderwirtschaftszonen, bei uns waren das die freien Reichsstädte, sind der Motor der chinesischen Wirtschaft. Hergestellt werden die Bauten in Belohnung durch Volksgeld, der Investor zahlt in harten Devisen. So entstehen handfeste Überschüsse.
    Der eigentliche Mangel ist, daß diese Städte nicht autark sind und einer kostspieligen Infrastruktur bedürfen. Daran arbeitet China und verspielt seinen Gewinn.
    Natürlich kann man bei uns auch Sonderwirtschaftszonen einrichten; nicht um einen ausgehungerten Markt zu bedienen, aber um den Sozialstaat auf ein bezahlbares Maß zu bringen und nebenbei wie in China Arbeitsplätze der Zukunft zu schaffen.

    http://www.bps-niedenstein.de/content/view/191/2

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