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Wohungsmarkt: Berliner Mieten erreichen Hauptstadtniveau

Günstig war einmal: Die Berliner Mieten steigen kräftig. Um auf dem größten Miethausmarkt Europas dabei zu sein, zahlen Investoren höhere Preise - und achten dabei genau darauf, welche Bezirke Potenzial haben.

Farbig angestrahltes Brandenburger Tor: Vor allem im Zentrum Berlins sind die Mieten hoch. Quelle: dpa
Farbig angestrahltes Brandenburger Tor: Vor allem im Zentrum Berlins sind die Mieten hoch. Quelle: dpa

BerlinIm vergangenen Jahr sind die Wohnungsmieten in Berlin im Durchschnitt um 4,5 Prozent gestiegen. Im Zweijahresvergleich schnellten die Mieten damit um annähernd zehn Prozent in die Höhe. Dies geht aus dem gestern vorgestellten Wohnmarktreport des Wohnungsunternehmens GSW und des Beratungsunternehmens CB Richard Ellis (CBRE) hervor.

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"Der Berliner Wohnimmobilienmarkt ist sehr attraktiv", folgert daraus GSW-Chef Thomas Zinnöcker. Als wichtigste Gründe für die Mietsteigerungen nennt CBRE-Bewerter Michael Schlatterer die geringe Neubautätigkeit der vergangenen Jahre und die deutliche Zunahme der Haushaltszahl. Laut dem ebenfalls in dieser Woche veröffentlichten Wohnungsmarktbericht der Investitionsbank Berlin gibt es derzeit in Berlin 165.000 Haushalte mehr als vor zehn Jahren.

Allerdings verläuft die Entwicklung differenziert. Während die Bewerter von CBRE in Randbezirken wie Spandau und Marzahn-Hellersdorf stagnierende oder sinkende Mieten registrieren, explodieren die Mieten in begehrten Innenstadtlagen regelrecht. Im Bezirk Mitte stiegen sie innerhalb eines einzigen Jahres um 13,7 Prozent, in Charlottenburg-Wilmersdorf um 10,7 Prozent. Berücksichtigt wurden dabei nicht die Bestandsmieten, sondern ausschließlich die von den Eigentümern in Wohnungsinseraten verlangten Beträge.

Nur wenige Kilometer liegen zwischen den Bezirken, doch die Mietpreise trennt Welten.
Nur wenige Kilometer liegen zwischen den Bezirken, doch die Mietpreise trennt Welten.

Bestätigt wird der Aufwärtstrend durch weitere Untersuchungen. Jones Lang Lasalle (JLL) beziffert die durchschnittliche Mietsteigerung in der zweiten Hälfte des Jahres 2010 auf 3,6 Prozent. Auch laut dem vom Forschungsinstitut Empirica verfassten Frühjahrsgutachten des Rates der Immobilienweisen steigen die Wohnungsmieten derzeit in Berlin so stark wie in keiner anderen deutschen Großstadt.

Trotzdem wohnt es sich an der Spree noch immer viel günstiger als in Hamburg oder München: Den Durchschnittswert bei Neuanmietungen beziffert der GSW-Wohnmarktreport auf 6,11 Euro pro Quadratmeter.

Die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt lockt verstärkt Investoren an. "Berlin ist der mit Abstand größte Mietshausmarkt Europas", sagt CBRE-Experte Schlatterer. Dabei sind die Anleger bereit, wieder höhere Preise zu zahlen: Der Quadratmeterpreis von Mehrfamilienhäusern nahm im vergangenen Jahr im Durchschnitt um 4,1 Prozent zu. Trotzdem sehen Beobachter noch keine Anzeichen für eine Überhitzung des Marktes. "Investoren kaufen derzeit vor allem Qualität ein", sagt Schlatterer.

Auf 3,3 Prozent zurückgegangen ist der Wohnungsleerstand. "Wir haben aber keine Wohnungsnot", betont GSW-Chef Zinnöcker. "Gerade im unteren Segment sind die Mieten noch sehr erträglich." Andere Marktteilnehmer sehen das nicht so entspannt: "Auch die einfachen Lagen der Hauptstadt verteuern sich", heiß es bei JLL. Und der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen fordert vom Senat eine Strategie, wie bis zum Jahr 2020 rund 60.000 neue Wohnungen gebaut werden können.

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