Nachträgliche Korrektur möglich
Nebenkosten: Besser falsch als zu spät abrechnen

Vermieter müssen ihren Mietern spätestens ein Jahr nach Ende des Abrechnungszeitraums die Betriebkostenabrechnung zukommen lassen.

Versäumen sie diese Frist, so sind Nachforderungen ausgeschlossen. Wenn ein Vermieter fehlerhaft, aber pünktlich abrechnet, so kann und muss er die Abrechnung auch nach Ablauf der Frist korrigieren. Betriebskostennachforderungen behalten in diesem Falle ihre Gültigkeit, entschied der Bundesgerichtshof (Az.: VIII ZR 115/04). Die Abrechnungsfrist wird mit einer formell ordnungsgemäßen Abrechnung gewahrt – auf die inhaltliche Richtigkeit kommt es für die Einhaltung der Frist demnach nicht an. Allerdings sind verspätete Korrekturen zu Lasten des Vermieters ausgeschlossen, mehr als den ursprünglich geforderten Betrag muss der Mieter demnach nicht zahlen.

Im verhandelten Fall rechnete ein Vermieter mit seinem Mieter die Nebenkosten für das Jahr 2001 im Jahr 2002 fristgerecht, aber fehlerhaft ab. Er forderte eine Nachzahlung in Höhe von rund 660 Euro. Dem Mieter fielen die Fehler auf und er forderte eine Korrektur. Die berichtigte Abrechnung übersandte der Vermieter erst im Februar 2003, sie wies eine Nachzahlung von knapp 700 Euro aus, die er von seinem Mieter einforderte. Als dieser nicht zahlen wollte, landete der Fall vor Gericht.

Letztinstanzlich entschied der Bundesgerichtshof, dass der Mieter zur Zahlung des geringeren Betrags von rund 660 Euro verpflichtet ist. Das Urteil ist für den Vermieter dennoch recht glimpflich: Er trägt lediglich knapp 40 Euro der Betriebskosten selbst. Hätte er nicht im Jahre 2002 (falsch), sondern erst 2003 (richtig) abgerechnet, so hätte er gar kein Geld mehr einfordern können, da dann die Ein-Jahres-Frist schon abgelaufen war.

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