Neubau auf niedrigstem Stand seit dem Krieg
Steigende Mieten wecken Interesse an Wohnimmobilien

Die Wohnungsmieten steigen - zumindest in den deutschen Ballungsgebieten. Das weckt Interesse bei zahlungskräftigen Privatpersonen wie institutionellen Investoren. Sie kaufen entweder direkt oder beteiligen sich an den zahlreicher werdenden Fonds. Ihre Renditeerwartungen sind jedoch womöglich zu hoch.

DÜSSELDORF. Dass befürchtet zumindest Thomas Beyerle, Chefanalyst der Degi, einer Tochter des Immobilienvermögensverwalters Aberdeen.

Dabei beobachtet das Immobilienforschungsinstitut Empirica seit Jahren bundesweit steigende Mieten: In den meisten deutschen Großstädten seien diese auch im ersten Quartal 2009 über die des Vorquartals geklettert, stellen die Berliner fest. "Deutschland scheint das einzige Land zu sein, in dem der Wohnungsbau weitgehend eingestellt worden ist", kommentiert das Institut für Städtebau 175 000 Wohnungsbaugenehmigungen im Jahr 2008 - einen Nachkriegstiefstand.

Die Aussicht auf steigende Mieten wegen knapperem Wohnungsangebot und Angst vor Inflation kurbeln die Geschäfte von Wohnungs- und Wohnungsfondsverkäufern an. Kommunizierte Zielrenditen von acht Prozent in einer Sparte, deren traditoneller Korridor für den so genannten Total Return 4,5 bis 5,5 Prozent beträgt, "könnten auch mit einer Portion Finanzalchemie zu tun haben", warnt allerdings Degi-Analyst Beyerle. Er rät dazu, nicht nur die Renditen zu vergleichen, sondern auch, wie sie definiert sind.

Der Total Return setzt sich aus dem Mietüberschuss nach Kosten und der Bewertungsveränderungen auf das gesamte Kapital an. Fondsinitiatoren nennen als Renditekennziffer jedoch gerne den Internen Zinsfuß. Diese Methode kommt aus der Investitionsrechnung. Ermittelt wird die Verzinsung des gebunden Kapitals, am Anfang enspricht dies dem Eigenkapital. Und wer so rechnet, erzielt einen optisch höheren Wert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%