Neue Einkaufszentren
Schöner shoppen an der Moldau

Prag soll ein Paradies für Einkäufer werden. Obwohl bereits 14 Einkaufszentren in der Moldau-Metropole um Kunden buhlen, sollen bis zum Jahr 2008 noch mindestens sechs weitere folgen.

HB PRAG. Bis dahin wird auch Prags größtes Shoppingcenter fertig sein: das „Palladium“. Es liegt mitten in der Prager Innenstadt am Platz der Republik, im besten Büroviertel und am Anfang der Haupteinkaufsstraße. Auf elf Stockwerken und einer Fläche von 39 000 Quadratmetern (qm) entstehen 170 Geschäfte, 40 Restaurants, Cafés und Bars. Gastronomiebetriebe und eine Disco teilen sich das ausschließlich für diesen Zweck bestimmte oberste Stockwerk des Einkaufszentrums. Außerdem umfasst der Komplex rund 19 500 qm Bürofläche sowie eine Parkgarage mit 900 Stellplätzen, was wegen den geringen Parkplatzangebotes in Prag Gold wert ist.

Das Palladium sei rund 500 Mill. Euro wert, meint Investor Hannover Leasing, unter anderem Anbieter geschlossener Immobilienfonds. Die Eröffnung der Immobilie ist nach zweieinhalb Jahren Bauzeit für den 25. Oktober 2007 geplant. Derzeit sind laut Projektentwickler European Property Development (EPD), 95 Prozent der Einzelhandelsflächen und knapp die Hälfte der Büroflächen vorvermietet.

Prag ist als Hauptstadt auch die größte Stadt Tschechiens. Mit rund 1,2 Millionen Einwohnern leben knapp zwölf Prozent der Landesbevölkerung in der Moldau-Metropole. Mit einer Arbeitslosenquote von 1,7 Prozent herrscht hier fast Vollbeschäftigung. In der gesamten Tschechischen Republik liegt die Arbeitslosenquote mit 6,8 Prozent im März zwar deutlich höher, ist damit aber auf den niedrigsten Stand seit über drei Jahren gesunken.

Die 10,2 Mill. Einwohner der Tschechischen Republik erwirtschafteten 2006 ein Bruttoinlandsprodukt von 17 750 Euro pro Kopf. Damit erreichte das Land im vergangenen Jahr in einem Kaufkraftvergleich unter EU-Staaten (Purchasing Power Standard) des europäischen Statistikamtes Eurostat 79 Punkte gemessen am Durchschnitt von 100 PPS. Ein Jahr zuvor waren es noch 74 Punkte gewesen.
Die Kaufkraft der tschechischen Bürger steigt Experten zufolge jedes Jahr um ungefähr fünf Prozent. Prag besitzt ganz klar die höchste Kaufkraft. Das macht die Stadt besonders attraktiv für Shoppingcenter-Investoren.

Allerdings schwankt die Kaufkraft von Region zu Region stark. Nach Osten nimmt sie ab. Dennoch hat der Shoppingcenter-Boom auch andere Städte Tschechiens erreicht. „In der Tschechischen Republik sind neue Shoppingcenter-Flächen vom Einzelhandel nach wie vor sehr gefragt“, weiß Martin Zizala, Partner, Retail Services von Cushman & Wakefield in Prag. Andererseits entspreche in vielen großen Städten das Flächenangebot inzwischen der Verbrauchernachfrage, weshalb sich immer mehr Entwickler auf regionale Zentren und auf Städte mit weniger als 50 000 Einwohnern fokussierten. „Zudem beobachten wir den Trend, dass Shoppingcenter immer näher an die Innenstädte rücken und die Einkaufszentren an der Peripherie immer größer werden, sich zum Teil in ihrem Flächenangebot sogar verdoppeln“, sagt Zizala.

Trotz des großen Interesses der Einzelhändler ist der Erfolg der Einkaufspaläste keineswegs garantiert. So wurde in manchen Zentren Verkaufsflächen im zweiten Stock wegen geringen Besucherzahlen geschlossen. „Nur weil eine große Nachfrage vorhanden ist, heißt dies noch lange nicht, dass alles nachgefragt wird“, erklärt Werner Ebm, Geschäftsführer von EPD. Wer das falsche Produkt am falschen Standort gebaut hat, habe eben Pech gehabt.

Das Einkaufszentrum „Metropole“ der Commerz Grundbesitz Invest am westlichen Rand von Prag gehört nicht zu den Flops. Es soll nun erweitert werden. Eine Parkgarage mit direktem Tunnel zur Autobahn soll noch mehr einkaufswütige Familien anlocken. „Bei der Entwicklung von Shoppingcentern hat man nur einen Schuss frei“, meint Frank Pörschke, Sprecher der Geschäftsführung des Anbieters von offenen Immobilienfonds.

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