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Die Briten hoffen auf den großen Reits-Boom

Der britische Immobilienmarkt steht vor einem schwungvollen Jahr 2007. Die Einführung von Real Estate Investment Trusts (Reits) werde dem ohnehin florierenden Markt zusätzlichen Schub verleihen, sagen Experten übereinstimmend voraus.

LONDON. Real Estate Investment Trust, die steuerlich günstige Form börsennotierter Immobilienfonds, hat sich international bereits bewährt. Sie wird auch in Deutschland voraussichtlich bald eingeführt. Eine Reihe führender britischer Immobilienfirmen hat in den vergangenen Wochen bereits auf außerordentlichen Hauptversammlungen ihre Umwandlung in Reits beschlossen.

Schon jetzt gilt der britische Immobilienmarkt im internationalen Vergleich als liquide und transparent. Doch die Erfahrungen in den USA, Australien, den Niederlanden und Frankreich zeigen, dass Reits neue Impulse bringen. Der Hauptreiz einer Umwandlung in einen Reit besteht für Immobilienfirmen darin, dass sie keine Ertragssteuern bezahlen müssen, wenn sie mehr als 90 Prozent ihrer Gewinne als Dividende an die Aktionäre ausschütten. Damit entfällt die bisherige doppelte Besteuerung der Erträge aus Immobilien-Portfolios – erst bei den Firmen und dann bei ihren Aktionären.

Wenn sich die Unternehmen umwandeln, müssen sie einmalig zwei Prozent ihres Portfolio-Wertes an die Finanzbehörden abführen. Das wird dem britischen Schatzkanzler eine Milliardensumme in die Kasse spülen, rechnet er. Weitere Einnahmen erhofft er sich, wenn sich bisher an Offshore-Standorten geführte Fondsgesellschaften entschließen, als Reits nach Großbritannien zurückzukehren. Vor allem verbindet die Regierung mit der Einführung die Hoffnung, dass Gesellschaften Wohnimmobilien in Portfolios zusammenfassen (in Deutschland ist noch umstritten, ob Reits auch für Wohnungen eingeführt werden). Das würde es den kleinen Investoren ermöglichen, ihr Geld weniger riskant anzulegen als es direkt in einzelne Objekte zu stecken.

Doch die ersten Immobilienfirmen, die sich in Reits umwandeln, sind die großen Investoren in Büro- und Handelsimmobilien, die schon jetzt an der Börse notiert sind. So hat eine außerordentliche Hauptversammlung bei British Land am Mittwoch vor Weihnachten die Umwandlung beschlossen. Das Unternehmen besitzt Gewerbeimmobilien im Wert von knapp 16 Mrd. Pfund (24 Mrd. Euro). Am 15. Dezember überzeugte auch Land Securities die überwältigende Mehrheit der Aktionäre von diesem Schritt. „Wir freuen uns auf die erhöhte Dynamik, die diese Veränderung in den ganzen Sektor bringen wird“, sagt Francis Salway, Vorstandschef der Firma mit 14,4 Mrd. Pfund Vermögen.

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