Neuer Europa-Fonds
Dekabank vereinigt Immobilienfonds

Die Dekabank beabsichtigt, ihre offenen Immobilienfonds Deka Immo Fonds und Deka Immo Europa zu einem knapp zehn Milliarden Euro schweren neuen Europa-Fonds zusammenzuführen. Der neue Deka Immo Europa würde den bisher marktführenden Hausinvest Europa von der Commerzbank überholen.

DÜSSELDORF. Darüber hinaus sollen auch die von dem Fondsanbieter der Sparkassen gemanagten Fonds West Invest 1 und West Invest Interselect zu einem neuen, ebenfalls auf Europa fokussierten Fonds fusionieren. Das geht aus einem Strategiepapier hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. Ein Sprecher der Dekabank bestätigte auf Anfrage, dass mit Sparkassen-Gremien über diese Pläne diskutiert werde.

Neben den beiden Europa-Fonds vertreiben die Sparkassen noch den weltweit anlegenden Deka Immo Global mit einem Volumen von rund 2,2 Mrd. Euro.

Dies wäre nicht die erste Fondsfusion in Deutschland. Im Jahr 2005 legte die HVB-Tochter iii-Investments ihre Deutschland-Fonds Nr. 1 und Nr. 2 zum Euro Immo-Profil zusammen. Beide Fonds litten damals unter starken Mittelabflüssen, eine Folge anhaltend niedriger Renditen.

Die Deka bereinigt ihre Immobilienfonds-Palette unter anderen Vorzeichen. In einer Immobilienkrise wie heute seien große Fonds stabiler, weil sie sowohl nach Nutzungsarten als auch regional das Risiko breiter streuen können, lautet ein Argument in dem Strategiepapier. "Je größer der Fonds, desto stabiler", bestätigt Sonja Knorr, Immobilienfondsanalystin bei der Ratingagentur Scope. Das Deka-Fondsmanagement sieht den deutschen Immobilienmarkt gegenwärtig als den stabilsten in Europa an. Andererseits wird vermutet, dass andere europäische Märkte, etwa der britische, bei einer Konjunkturerholung schneller durch steigende Mieten und zügigen Leerstandsabbau reagieren. Somit stützen die deutschlandlastigen Deka Immo Fonds und West Invest 1 gegenwärtig ihre Fusionspartner.

Darüber hinaus poolt die Deka in den neuen Fonds liquide Mittel. Ein Vorteil, wenn es darum geht, Kaufgelegenheiten zu nutzen, indem ohne Kredit gekauft wird. Demgegenüber leiden andere Investorengruppen unter der restriktiven Kreditvergabe der Banken. Und auch den zurzeit geschlossenen Wettbewerbern aus dem Fondslager sind die Hände gebunden, weil Anleger im Herbst 2008 Geld abzogen. Immobilienpublikumsfonds kaufen typischerweise Gebäude in der Größenordnung von 50 Mio. Euro aufwärts.

Für die Deka-Fonds gilt, dass die Einjahresrenditen zurzeit mit 3,4 Prozent gleich sind. Dagegen dürfte der West Invest 1 mit 2,3 Prozent den Erfolg des West Invest Interselect (Rendite 3,5 Prozent) etwas verwässern. Analystin Knorr weist darauf hin, dass die Fusion für Anleger der Deutschland-Fonds Währungsrisiken mit sich bringe, da die Fonds außerhalb des Euro-Raums investierten.

Die Finanzaufsicht BaFin muss die Zusammenschlüsse genehmigen. Eine Fusion von Fonds sei möglich, wenn Anlagegrundsätze und-grenzen nicht wesentlich voneinander abwichen, sagte eine Sprecherin. Auch die Deutschland-Fonds haben gemäß ihrer Grundsätze bereits in anderen europäischen Ländern investiert.

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