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Unternehmen bleiben Essen treu

Weststadt, Krupp-Gürtel, Zollverein: Die Stadt im Ruhrgebiet feilt an ihrem neuen Profil. Neues Leben in alten Hüllen – dieses Motto gilt auch für Essens kulturelles Zugpferd, die Zeche Zollverein.

eul ESSEN. Die Redakteure der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) in Essen arbeiten in diesen Tagen auf wackligem Grund. Schuld daran ist die Baustelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Am ehemaligen Standort des Finanzamtes Essen-Ost errichtet die Hamburger Europa-Center AG einen 18 Stockwerke hohen Büroturm mit 20 000 Quadratmetern (qm) Fläche. Gleich nebenan wird sich ein sechsgeschossiger Trakt mit noch einmal 12 800 qm anschließen. Das Investitionsvolumen erreicht damit 30 Millionen (Mill.) Euro. Die erfolgreiche Vermarktung des ersten Bauabschnitts, ein von der Barmer Ersatzkasse genutztes, 12 600 qm großes Bürohaus, zeigt die Vorteile des Standortes an der Friedrichstraße: citynah, dazu direkt an der Ausfahrt der A 40, die das Ruhrgebiet in Ost-Westrichtung durchquert.

Dazu liegt die „Weststadt“, das bedeutendste Stadtentwicklungsprojekt der vergangenen Jahre, nur wenige Fahrminuten entfernt. Am Rand der City entstand hier ein neues Stadtquartier. Die LEG Standort und Projektentwicklung Essen hat die Umnutzung des ehemaligen AEG-Kanis-Areals gemeinsam mit der Essener Wirtschaftsförderung GmbH (EWG) vorangebracht und 100 Mill. Euro von insgesamt 300 Mill. Euro selbst investiert. Der Einsatz hat sich gelohnt. Das Quartier konnte zu den Premium-Lagen der Stadt mit Monatsmieten von bis zu 11,50 Euro je Quadratmeter Bürofläche aufschließen. Erst vor wenigen Wochen bezog die Arbeitsgemeinschaft Informationssysteme in der gesetzlichen Krankenversicherung GmbH (ISKV) mit ihren rund 300 Mitarbeitern den Neubau „West-Side“, dessen 11 000 qm Bürofläche damit komplett vermietet sind. Das Bankhaus Trinkaus & Burkhardt erwarb den Komplex für einen geschlossenen Immobilienfonds. „Wir haben den Fond mit einem Volumen von 24 Mill. Euro innerhalb von elf Monaten vollständig platziert“, zeigt sich Norbert J. Böhm, Geschäftsführer HSBC Trinkaus & Burkhardt Immobilien GmbH in Düsseldorf zufrieden.

Ganz zu den Akten legen kann die LEG den Standort „Weststadt“ noch nicht. Sie hat sich ein fünf Hektar großes Nachbarareal gesichert, das derzeit noch von Siemens genutzt wird. Entstehen soll hier unter anderem das Bürohaus „S05“, das der Münchner Elektronikkonzern schon im Frühjahr 2007 zu einem Großteil selbst beziehen will.

Siemens bleibt, Thyssen-Krupp kommt: Der Stahlkonzern wird seinen Firmensitz im so genannten „Dreischeibenhaus“ in Düsseldorf aufgeben und mit 800 Mitarbeitern nach Essen und Duisburg ziehen. Für die größte innerstädtische Brachfläche in Essen, den 230 Hektar großen so genannten Krupp-Gürtel, könnten die Umzugspläne eine Art zweite Initialzündung sein. Die Thyssen Krupp Real Estate will an der Altendorfer Straße in Kooperation mit der Stadt Essen und der EWG einen neuen Stadtteil entwickeln. „Die Revitalisierung des Areals ist aber ein Thema für die nächsten 20 bis 30 Jahre“, meint Immobilien-Vermittler Eckhard Brockhoff. Er hält es ohnehin für sinnvoll, dass die Stadt Neubauvorhaben behutsam angeht, denn es gebe genug gut gelegene Bestandsgebäude: „Viele Unternehmen brauchen keine spektakulären Neubauflächen. Wir vermieten mehr und mehr in alter Substanz.“

Neues Leben in alten Hüllen – dieses Motto gilt auch für Essens kulturelles Zugpferd, die Zeche Zollverein. In den historischen Industrieanlagen, die seit dem Jahr 2001 das Siegel „Weltkulturerbe“ tragen, haben sich inzwischen Unternehmen und Einrichtungen rund um das Thema Design angesiedelt. Im vergangenen Jahr nahm die School of Management and Design ihren Lehrbetrieb auf. Insgesamt 35 000 qm Fläche stehen für die „Designstadt Zollverein“ mit Ateliers, Büros, Wohnungen sowie einer Plaza mit Restaurant zur Verfügung.

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