Neues Stadtviertel entsteht
Um den Hauptbahnhof Berlin wird es lebendig

Hotels, Büros und Restaurants lösen bald die Brache rund um den Berliner Hauptbahnhof ab. Auch in den Humboldthafen, an dessen Ufer bald wieder Schiffe anlegen, um Besucher zum Flanieren unter Arkaden von Bord zu lassen, soll Leben einkehren.

HB BERLIN. Futuristisch wirken die Pläne, die Berlin für den ältesten Hafen der Stadt ersonnen hat. Luxuriös aussehende Gebäude, auf Stelzen stehend, mit Arkadenbögen direkt am Wasser. Eine Mischung aus sterilem marmornem Bankenviertel und dem Piazza San Marco in Venedig soll hier entstehen – direkt neben dem prestigeträchtigsten Neubau der Stadt – dem Berliner Hauptbahnhof. Damit bekommt die Deutsche Bahn an dieser Stelle zum ersten Mal direkte Nachbarn, denn seit der Teilung Berlins liegt dieses Gebiet brach. Mitten durch das Becken des Humboldthafens war die Grenze des geteilten Deutschlands verlaufen. Der 150 Jahre alte Hafen hatte seinen Betrieb 1945 eingestellt. Nach der Wiedervereinigung wurde er als Lagerstätte genutzt. Ins öffentliche Bewusstsein hat ihn erst der Neubau des Bahnhofs zurückbefördert.

Die ersten Bagger werden im kommenden Jahr rollen. Rund um das Becken sollen sie 23 000 Quadratmeter (qm) Fläche für Hotels, Büros und Restaurants ebnen. Wohnungen sind nur wenige geplant. „Nur das nordöstlichste Grundstück wird überhaupt einen Wohnanteil von etwa 80 Prozent haben“, sagt Irina Dähne vom landeseigenen Liegenschaftsfonds, der das Gelände vermarktet. Auf näher zum Bahnhof gelegenen Parzellen sei es wegen der vorbeirasenden Züge für Wohnungen zu laut.

Der Weg zum Hafen führt durch Tore, die das Areal zum Wasser hin öffnen, der Weg am Ufer verläuft unter Arkadenbögen. Für das erste Baufeld ist das Bieterverfahren gerade abgeschlossen. Die Stadt entscheidet jetzt über den Käufer. Für die restlichen Flächen überlegt die Stadt, auf das Bieterverfahren zu verzichten und zu Festpreisen zu verkaufen. Der Vorteil eines festgelegten Preises sei, dass die Investoren mehr Geld und Energie in die Qualität der Konzeptentwicklung stecken können, sagt Hilmar von Lojewski von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin. In welcher Höhe die Preise liegen werden, kann er jedoch noch nicht sagen. „Stückchenweise“ würden die einzelnen Flächen an den Mann gebracht, sagt Dähne vom Liegenschaftsfonds. Frühestens im Jahr 2011 liegen die Baugenehmigungen für die restlichen Flächen vor. Bis das Gesamtwerk Humboldthafen 2015 fertiggestellt sein wird, werden 250 Mill. Euro verbaut sein, schätzt von Lojewski heute.

Nicht nur der landeseigene Humboldthafen an der Ostseite des Bahnhofs soll umgebaut werden, sondern auch für das Gebiet südwestlich vom Hafen – zwischen Bahnhof und Spree – hat die Stadt Pläne. Die Fläche gehört – anders als der Humboldthafen – der bundeseigenen Immobiliengesellschaft Vivico Real Estate, die dort in Zukunft eine exzellente Adresse für Büros, Einzelhandel und Wohnungen sieht. Insgesamt fünf Gebäude sollen auf der Brache zwischen Spree und Bahnhof entstehen, außerdem je ein Hochhaus auf dem Washingtonplatz südlich des Bahnhofs und eins auf dem Europaplatz im Nordosten. Bis zu 150 Meter könnte es hoch werden.

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