Neuvermietung
Mieterbund fordert gesetzliche Obergrenze

Der Deutsche Mieterbund fordert eine Obergrenze bei der Neuvermietung von Wohnungen. Bei attraktiven Lagen zahlen Mieter momentan bis zu 30 Prozent drauf. Der Eigentümerverband Haus & Grund lehnt eine solche Grenze ab.
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DortmundAngesichts drastischer Mietsprünge fordert der Deutsche Mieterbund eine Obergrenze bei der Neuvermietung von Wohnungen. „In attraktiven Citylagen schlagen Eigentümer bei einem Mieterwechsel bis zu 30 Prozent auf die Mieten drauf“, sagte Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ (Mittwochsausgabe). Um dies zu verhindern, sei ein gesetzlicher Deckel notwendig.

In bestehenden Mietverhältnissen dürfe nicht mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete verlangt werden, führte Siebenkotten aus. Für Neuverträge fehle hingegen eine Regelung. „Wir schlagen eine Kopplung an die ortsübliche Vergleichsmiete vor“, sagte der Direktor des Deutschen Mieterbundes. Der Mietpreis nach Neuvermietung sollte nicht mehr als zehn Prozent darüber liegen dürfen.

Insgesamt wird Wohnen in Deutschland den Angaben zufolge immer teurer. Das Problem seien dabei weniger die Mieten als die Nebenkosten, sagte Siebenkotten. „Die Strompreise und die Heizkosten sind in den letzten Jahren überproportional stark gestiegen.“

Der Eigentümerverband Haus & Grund lehnt eine Grenze für Mietsteigerung im Zuge von Neuvermietungen ab. Die vom Mieterbund geforderte neue gesetzliche Obergrenze sei vollkommen überflüssig, sagte Haus & Grund-Präsident Rolf Kornemann am Mittwoch in Berlin.

Von 2009 abgesehen hätten die Mietsteigerungen in den vergangenen zehn Jahren unter der Inflationsrate gelegen. Ursache für hohe Mietkosten sei nicht die Mieterhöhungen durch Vermieter, sondern stetig steigenden Steuern und Gebühren und hohe Energiekosten.

Steigende Kaltmieten gingen meist mit Wohnwertverbesserungen einher, sagte Kornemann zudem. Mieterhöhungen seien für eine gute Wohnraumversorgung unerlässlich. Der Trend zu einer immer älter werdenden Mieterschaft und die Energiewende erforderten enorme Investitionen durch die Vermieter.

Dieses Geld müsse durch Mieteinnahmen erwirtschaftet werden können. „In laufenden Mietverhältnissen sind die Mieterhöhungsmöglichkeiten ohnehin bereits stark beschränkt“, sagte er.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Neuvermietung: Mieterbund fordert gesetzliche Obergrenze"

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  • Denke nicht, dass eine MIetpreisregulierung kommt.
    Der Grund für die stark steigenden Mieten sind ja wohl vornehmlich das viel zu mieterfreundliche Mietrecht. Seit über 10-15 Jahren wird viel zu wenig neugebaut, mit der Folge dass bei immer mehr Single Haushalten schlicht und einfach die Nachfrage fehlt. Und Vermieter wollen halt lieber Mieter mit höheren Einkommen, da die eher nicht ausfallen bzw. bei einem Streit man sein Geld wieder bekommt, was bei kleineren Einkommen nicht der Fall ist. Wenn wir bei Nichtzahlen der Miete einen Mieter innerhalb von 3 MOnaten ohne große Kosten rauswerfen könnten, würde man viel eher sagen, ich stelle dir den Wohnraum mit einfacher Grundausstattung für weniger Geld zur Verfügung und du renovierst selber, darfst dafür günstig wohnen. Das wäre für viele kleine Leute super. Durch das Mietrecht (Riesen Probleme bei säumigen Mietern und Schönheitsreparaturklauseln, die de-facto alle kaum durchsetzbar sind) will eben jeder "gute" Mieter haben und preist auch ein, dass er nach 5 Jahren Böden und Wände neu machen muss. Das wird nunmal vorab in der Miete abgebildet.

  • ein paar hundert Euro für 15min Wohnungsbesichtigung und die Einholung einer Schufa-Auskunft, so leicht möchte ich auch mal mein Geld verdienen...

  • Vor allem die 2 Monatsmieten Vermittlungsprovision fuer den Immobilienmakler sind Wucher, weshalb wird hier eigentlich nichts dagegen getan?

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