Niederlande und Österreich wollen Besteuerung ändern – Fondskäufer haben kaum Ausweichmöglichkeiten
Immobilienanlegern drohen Einbußen

Die Niederlande und Österreich planen Steueränderungen zum Nachteil deutscher Immobilienfondsanleger. Danach würden die Freibeträge, bis zu denen Einkünfte aus geschlossenen Holland- und Österreich-Fonds steuerfrei bleiben, ab dem nächsten Jahr reduziert.

DÜSSELDORF. In beiden Staaten betreffen die Steueränderungen nur die so genannten beschränkt Steuerpflichtigen. Dies sind Personen, die im Ausland leben – in diesem Fall also deutsche Anleger.

Holland- und Österreich-Fonds sind als Steuersparmodelle bei deutschen Privatanlegern populär, weil die Steuerlast auf die Gewinne dort geringer als in Deutschland ausfällt oder auf Grund von Freibeträgen ganz wegfällt. Doppelbesteuerungsabkommen mit beiden Staaten regeln, dass die Besteuerung der Immobilien-Erträge dem Staat zustehen, in dem die Immobilie steht und sie in Deutschland darum nahezu steuerfrei bleiben.

Die geplanten Steueränderungen im Detail: Der niederländische Fiskus will die Steuersumme, unterhalb der er auf die Steuerzahlung verzichtet, von 217 auf 40 Euro senken. „Das bedeutet, dass künftig schon bei Anlagesummen von unter 4 000 Euro Steuern fällig werden“, sagt Andreas Freier, Geschäftsführer des Fondsanbieters Blue Capital Real Estate. Die Fondsinitiatoren setzen üblicherweise Mindestbeteiligungen von 10 000 Euro aufwärts an, so dass kaum ein Anleger mehr in der Lage sein wird, den neuen Freibetrag zu nutzen. Bisher seien sogar die Erträge aus Beteiligungssummen von mehr als 15 000 Euro steuerfrei geblieben, sagt Freier.

Während sich die neue Grenze in den Niederlanden auf den Zahlbetrag bezieht, will Österreich die Bemessungsgrenze, ab der Erträge steuerpflichtig werden auf 2 000 Euro senken. In diesem Jahr gilt noch die Grenze von 3 640 Euro. Michael Kohl, Spezialist für Auslandsimmobilienfonds bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, kalkuliert, dass nun Gewinne aus Beteiligungen bis maximal 35 000 Euro der Steuerpflicht entgehen.

Seite 1:

Immobilienanlegern drohen Einbußen

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%