Niedriger Energieverbrauch senkt die Nebenkosten und rechtfertigt deshalb höhere Nettomieten
Ökobüros bringen mehr Rendite

Immobilieninvestoren, Planer und Architekten berücksichtigen bei ihren Vorhaben neben ökonomischen zunehmend auch ökologische und soziale Kriterien. Noch sind schillernde Glaspaläste gefragt. Doch eine aufwendige Klimatisierung verschlingt viel Energie und verursacht hohe Kosten.

HB BERLIN.Das lässt sich ändern, wie innovative Bürobauten zeigen, bei denen sowohl Investoren wie Mieter von niedrigen Betriebskosten profitieren.

„Langfristig gehen wir davon aus, dass man mit ökologisch nachhaltigen Gebäuden bessere Nettorenditen erwirtschaftet als mit herkömmlichen Gebäuden“, sagt Rudolf Glesti, Leiter Direkte Immobilienanlagen des Rückversicherers Swiss Re. Denn niedrigere Nebenkosten und eine höhere Aufenthaltsqualität wirkten sich positiv auf die Vermietbarkeit auf. Deshalb achtet Swiss Re seit Jahren bei allen Neuinvestitionen auf langlebige Architektur, behinderten- und altengerechte Gestaltung, ökologisch und gesundheitlich bedenkenlose Materialien, minimalen Energieverbrauch, schonenden Ressourceneinsatz, natürliche Belüftung und Belichtung, gute Anbindung an den Nahverkehr und naturnahe Begrünung.

Weiche Faktoren wie diese könnten schon bald für andere zu harten Investionskriterien werden. Schon erwägt eine der größten US-amerikanischen Pensionskassen, die kalifornische Calpers, auch bei Immobilienanlagen Nachhaltigkeitskriterien zu fordern. Zudem werden neue Baustandards und Verordnungen EU-weit den Energieverbrauch von Bürogebäuden zu begenzen versuchen.

Der nämlich ist verglichen mit Wohngebäuden immer noch immens: „Der Energiestandard vieler Neubauten liegt unter dem Niveau des 19. Jahrhunderts“, kritisiert Ingenieur Werner Eicke-Hennig vom Darmstädter Institut Wohnen und Umwelt. Er verglich 21 gläserne Bürogebäude und rechnete aus, dass ihr Primärenergieverbrauch pro Jahr bei bis zu 700 Kilowattstunden liegt, was 70 Litern Heizöl pro Quadratmeter entspricht. Zum Vergleich: Bei Wohngebäuden sind maximal sieben Liter erlaubt. Das bundesweite Förderprogramm Solar-Bau zeigt indes, dass auch bei Bürobauten 100 Kilowattstunden pro Quadratmeter ausreichen würden.

„Die doppelschaligen Glaspaläste müssen stark gekühlt werden, oder es herrschen unerträgliche Innentemperaturen“, erklärt der Wissenschaftler die hohen Verbrauchswerte. In der Duisburger Glaselypse von Star-Architekt Norman Foster maß er mehr als 50 Grad, im RWE Tower könne man Innenfenster nicht öffnen, weil einem schon im Mai 55 Grad heiße Luft entgegen ströme, das Arag-Haus in Düsseldorf verbrauche 700 Kilowattstunden jährlich.

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