Niedrigzinsen
Diese Bank zahlt ihren Schuldnern Geld zurück

Kunden der spanischen Bankinter können sich freuen: Für Baukredite müssen sie keine Zinsen bezahlen – sondern bekommen Geld zurück. Möglich machen es die Niedrigzinsen. Deutsche Häuslebauer können aber nicht profitieren.
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FrankfurtVerkehrte Welt: Wer einen Kredit bei der spanischen Bankinter aufgenommen hat, muss ihn nicht tilgen – sondern erhält dafür Zinsen. Noch können sich darüber nur einige wenige Kunden des spanischen Bankhauses freuen, doch möglicherweise geht es bald vielen Kreditnehmern aus Südeuropa ähnlich.

Möglich machen das die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank – und Gepflogenheiten bei der Kreditvergabe, die manche Deutsche derzeit neidisch machen dürften. Denn anders als in Deutschland sind die Zinssätze für Hypothekendarlehen in Staaten wie Spanien, Italien und Portugal meist variabel: Sie richten sich – mit einem kleinen Aufschlag – nach dem Zinssatz, zu dem Banken sich untereinander Geld leihen, dem sogenannten Euribor.

Weil EZB-Chef Mario Draghi die Leitzinsen im Euro-Raum auf ein historisches Tief gesenkt hat, um die Konjunktur anzufachen, gelangen die Banken extrem günstig an frisches Geld. Davon profitieren auch die Kunden: Sie müssen weniger zurückzahlen – und können darauf hoffen, bald vielleicht sogar Zinsen von der Bank zu erhalten.

Manche Kunden der Bankinter können sich darüber schon heute freuen: „Ich werde meinen Kontoauszug einrahmen, auf dem steht, dass die Bank mir Zinsen auf meine Darlehen zahlt“, zitiert das „Wall Street Journal“ (WSJ) einen Bankkunden aus Madrid. „Das ist ein Stück Finanzgeschichte.“

Der Kunde hat – wie andere Schuldner der Bankinter – ein Darlehen abgeschlossen, das in Schweizer Franken notiert. Der dafür gültige Referenzzinssatz, der Franken-Libor, ist schon jetzt negativ. Es seien nur einige Kunden betroffen, wird ein Sprecher der Bankinter im WSJ zitiert. Für eine Stellungnahme war das Bankhaus zunächst nicht zu erreichen.

Für den Bankkunden heißt das, dass seine Schulden schrumpfen, ohne dass er dafür zahlen muss – allerdings nur auf dem Papier. Denn das Darlehen notiert in Schweizer Franken, und die haben seit Januar rund 14 Prozent zum Euro zugelegt. Deshalb schuldet der Kunde der Bank unterm Strich wohl trotzdem einen höheren Betrag.

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