Nordafrika
Europäische Investoren entdecken Tanger

Tangar, die marokkanische Hafenstadt am Nordzipfel Afrikas, ist bei Immobilieninvestoren gefragt wie nie zuvor. Besonders das internationale Flair und die vergleichsweise niedrigen Immobilienpreise locken. Aber auch die verbesserte Infrastruktur trägt ihren Teil zum Boom bei.

TANGER. Vom spanischen Festland aus kann man bequem mit der Fähre auf die marokkanische Hafenstadt übersetzen. Aber auch der Flughafen von Tanger ist inzwischen mit Gesellschaften wie Easyjet, Iberia oder Royal Air Maroc gut erreichbar. Der Hafen von Tanger, Tanger Med, zählt mit seinen Distributionszentren zu einem der größten und modernsten in Südeuropa.

Und noch ist das Leben in Tanger billig, vor allem der Kauf einer Immobilie: „Hier kann man noch Ferienhäuser für 100 000 Euro erwerben, das heißt auch einfache Familien können sich diesen Traum von einer Urlaubsresidenz erfüllen“, sagt Alicia Fernández vom spanischen Bauunternehmen Gilmar, das derzeit an mehreren Orten in Marokko Ferienanlagen entwickelt. Grundstücke kosten in Tanger rund 200 Euro je Quadratmeter. „Davon können wir in Spanien nur träumen – unter 300 000 Euro ist es inzwischen sehr schwer, ein gutes Appartement mit Meeresblick zu finden“, sagt Concha Martínez von der Grupo Inmobilario Hispania-Europa.

Während in Spanien kaum noch Preissteigerungen drin sind, steht Tanger erst am Anfang seines Immobilienbooms. Die Preise sind in den vergangenen fünf Jahren zwar um 200 Prozent gestiegen, aber wie Gilmar hoffen viele Investoren, dass sich der Boom von Marrakesch wiederholt; hier haben sich die Immobilienpreise in den vergangenen fünf Jahren versechsfacht.

Einiges spricht dafür, denn während für viele Nordeuropäer Marrakesch als Standort für ein Ferienhaus zu exotisch ist, können sie von Tanger das europäische Festland sehen. Hier herrscht internationales Flair; viele Künstler und Literaten haben hier ihr zweites Zuhause. Es gibt italienische und französische Küche. Die Marokkaner hier sprechen nicht nur Französisch, sondern auch Englisch und Spanisch. Marokkanerinnen mit Kopftüchern gehen unbekümmert neben Französinnen im Minirock.

Außerdem dient Tanger als Alternative zu Spanien, nicht nur wegen des Preises. „Hier wurde die Küste nicht so zugepflastert wie bei uns“, sagt der Spanier José Ignacio García Muniozguren von der Anwaltskanzlei Garrigues in Casablanca. Die Bauvorschriften seien streng; man beachte bei der Stadt- und Tourismusentwicklung ganz stark die Auswirkungen auf die Natur und versuche, die dörflichen Gemeinschaften zu erhalten. In Tanger bleiben die Strände frei von Bettenburgen, und der Abstand zischen den einzelnen Ferienhauskomplexen ist groß. „Hier erlebt man noch wirkliche Exklusivität und Luxus, bezahlt dafür jedoch im Vergleich zu Spanien einen Spottpreis“, sagt García Muniozguren. scm

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