OECD-Vorschlag
Steuervorteile für Immobilienbesitz in Gefahr

Die Wirtschaftspolitik muss mehr tun, um Spekulationsblasen auf Immobilienmärkten in Zukunft zu vermeiden. Das empfiehlt die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
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LONDON. Gesunde und stabile Immobilienmärkte seien eine Grundvoraussetzung für wirtschaftlichen Wohlstand. Viele Staaten - allen voran die USA - würden derzeit den Kauf von privatem Wohneigentum subventionieren. So können in vielen Ländern Eigenheimbesitzer ihre Zinsausgaben beim Finanzamt geltend machen und ihre Steuerlast reduzieren. "Das führt zu exzessiven Investitionen in Immobilien und fördert die Spekulation", sagte OECD-Volkswirt Dan Andrews in London. Dadurch trieben die Steuergeschenke die Immobilienpreise in die Höhe. Die Forscher sprachen sich zudem für deutlich höhere Grundsteuern aus - diese orientierten sich in vielen Ländern an niedrigen, historischen Bewertungen und nicht an aktuellen Marktpreisen.

Um übermäßigen Preisanstiegen von Häusern und Wohnungen entgegenzuwirken, sollten die Länder zudem ihre Bau- und Planungsvorschriften lockern - damit das Immobilienangebot schneller auf steigende Nachfrage reagieren kann.

Auch eine bessere Bankenaufsicht sei nötig. Die Deregulierung der Finanzmärkte seit den 80er-Jahren habe zu einer laschen Kreditvergabe der Banken geführt, die die Immobilienpreise in die Höhe getrieben hat. "Die Finanzmarkt-Liberalisierung hat in den OECD-Ländern in den vergangenen Jahrzehnten die Hauspreise um rund 30 Prozent in die Höhe getrieben", so Andrews.

Kommentare zu " OECD-Vorschlag: Steuervorteile für Immobilienbesitz in Gefahr"

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  • "Um übermäßigen Preisanstiegen von Häusern und Wohnungen entgegenzuwirken, sollten die Länder zudem ihre bau- und Planungsvorschriften lockern - damit das immobilienangebot schneller auf steigende Nachfrage reagieren kann"

    Also man kann das doch gerade umgekehrt sehen: Wenn bau und Planungsvorschriften gelockert werden, dann haben doch nur gewerbliche investoren was davon. Das sind doch die Preistreiber,nicht Otto Normalverbraucher, der ein Eigenheim kaufen will, um seine Rentenzeit zu sichern.

    was würde das denn beduten, bau und Planungsvorschriften lockern ? Dass in einem reinen Wohngebiet nun auch gewerbliches genehmigt werden soll ? am besten dann noch in einer innenstadt, damit alle Mieter "nach aussen" gedrängt werden, in die Peripherie ? Also wenn das nicht kontraproduktiv wäre. Und wie wird denn Wohlstand definiert ? Damit fängt doch die Debatte an. Ein Durchschnittswert zu bilden, hat sich doch längst als hinfällig erwiesen. Die Definition von Wohlstand sollte sich zb auch daran orientieren, wieviel Prozent in der bevölkerung ein Eigenheim haben , und keine Miete zahlen muessen ! Denn was nutzt das statistisch erfasste gute Durchschnittseinkommen, wenn alles fèr eine ueberteuerte Miete draufgeht !
    Es ist doch so, dass wir in Deutschland doch Gott sei dank noch keine Probleme mit immobilienblasen haben, gerade weil wir ein vernènftiges bau und Planungsrecht haben, welches eine gerechte interessenabwàgung beinhaltet, interessenausgleich und dabei auch noch LAndschafts und Staedtebild bewahren méchte. Eben alle interessen berècksichtig, und nicht nur das kapital und renditeorientierte einzelner Grossinvestoren. WEnn wir das jetzt aufgeben, dann gute Nacht....vielleicht werden dann zukènftig Mieter in Frankfurt oder Mènchen zukènftig in die Keller ziehem mèssen, wie Ratten leben, wie in Peking oder Shanghai....

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