Öko-Immobilien
Mehr Miete dank Zertifikat

Gebäude mit einem Nachhaltigkeitszertifikat erzielen in den USA um rund drei Prozent höhere Mieten als herkömmlich errichtete Gebäude. Dies geht aus einer jetzt von der Royal Institution of Chartered Surveyors veröffentlichten Studie hervor. Neben den niedrigeren Betriebskosten sorgen auch Imagegründe für eine starke Nachfrage der Öko-Immobilien.

BERLIN. Der Studie zufolge liegen auch die Verkaufspreise für zertifizierte Objekte um bis zu 16 Prozent höher als für vergleichbare Gebäude. Nach Ansicht des Chefökonomen der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS), Simon Rubinsohn, werden die Themen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz weiter an Einfluss gewinnen. Tatsächlich ist nach Einschätzung vieler Experten das Interesse an nachhaltigen Gebäuden bereits in den zurückliegenden Monaten deutlich gestiegen.

Als nachhaltig können sich Gebäude zertifizieren lassen, die hohe, zuvor definierte ökologische, energetische, städtebaulichen und soziale Standards erfüllen. "In Deutschland hat innerhalb eines Jahres ein Paradigmenwechsel stattgefunden", sagt Ingo Beenen, Leiter Strategic Consulting beim Immobilienberatungsunternehmen Jones Lang Lasalle (JLL). "International agierende Unternehmen fragen zunehmend nachhaltige Mietflächen nach und sind bereit, dafür auch mehr zu zahlen", bestätigt Werner Dorß, Rechtsanwalt in der Frankfurter Kanzlei FPS und juristischer Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).

Neben den niedrigeren Betriebskosten spielen dabei auch Imagegründe eine Rolle. "Viele unserer Mieter möchten nach innen wie nach außen kommunizieren, dass sie ihren Sitz in einem Green Building haben", sagt Bernhard H. Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung des Projektentwicklers Vivico. Fabian Hellbusch, Sprecher der Fondsgesellschaft Union Investment, berichtet von einem Fall in den USA, in dem ein Mieter die Vertragsverlängerung von einer erfolgreichen Zertifizierung des Objekts abhängig gemacht habe.

Diese Beobachtungen gelten allerdings nicht für alle Mieter. Einer Umfrage von Union Investment zufolge beobachtet nur jeder Dritte von 101 befragten Investoren eine kontinuierliche Mieternachfrage nach nachhaltigen Immobilien. Dennoch sind Nachhaltigkeitskriterien für fast zwei Drittel der befragten Anleger Bestandteil ihrer Investitionsstrategie. Union Investment selbst hat in den vergangenen Monaten mehrere zertifizierte Objekte erworben, darunter das von Vivico entwickelte Bürogebäude "Atmos" im Münchner Arnulfpark. "Für Premium-Immobilien ohne Nachhaltigkeitsnachweis wird es künftig möglicherweise keine Mieter mehr geben", gibt Hellbusch zu bedenken. Die Hamburger Fondsgesellschaft steht mit dieser Einschätzung nicht allein: Jan Linsin, Chefresearcher von Immobilienberater CB Richard Ellis (CBRE), beobachtet "gerade bei institutionellen Investoren einen Trend hin zur nachhaltigen Immobilie".

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