Österreich
Opec bezieht eine neue Zentrale in Wien

Helle Aufregung löste die Opec in Wien vor zwei Jahren aus, als die Organisation indirekt drohte, die österreichische Hauptstadt zu verlassen. Nun wird die Opec spätestens im November ein neues Domizil in zentraler Lage direkt neben der alten Wiener Börse beziehen.
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WIEN. Schön sieht das neue Gebäude wahrlich nicht aus. Auffällig an der weißen Fassade sind vor allem die schmalen, vertikalen Schlitze - der Fensterersatz. Wer in dem neuen Bürohaus arbeiten muss, wird vom Tageslicht nicht viel mitbekommen. Aber anders geht es nicht, gegen richtige Fenster gibt es ernsthafte Sicherheitsbedenken. Die Opec-Zentrale in Wien gilt als ein mögliches Anschlagsziel. Nicht vergessen ist in Österreichs Hauptstadt das Jahr 1975, als Terroristen das Opec-Hauptquartier stürmten und drei Menschen töteten.

Aus der Tiefgarage kommt gerade ein Baufahrzeug heraus, die Einfahrt ist bereits fertig. Weil die Arbeiten an der Fassade noch nicht ganz abgeschlossen sind, ist der Fußweg unmittelbar vor dem Gebäude noch durch einen Bauzaun abgesperrt. Aber es wird nicht mehr lange dauern, dann ist auch dieses letzte Hindernis verschwunden. Eine Opec-Sprecherin bestätigt den bevorstehenden Umzug vom alten in das neue Hauptquartier der Organisation Erdöl exportierender Länder. Spätestens im November sollen die Opec-Mitarbeiter ihr neues Domizil in zentraler Lage gleich neben der alten Wiener Börse beziehen. Jetzt liegt die Opec-Zentrale noch etwas am Rand der Wiener Innenstadt.

Wenn die Opec in Österreichs Hauptstadt das Gebäude wechselt, ist das kein einfacher Umzug. Es ist vielmehr ein hochpolitisches Ereignis, das gleich die Regierung der Alpenrepublik beschäftigt. Am Mittwoch werden Österreichs Außenminister Michael Spindelegger und Opec-Generalsekretär Abdalla el-Badri das Abkommen für den neuen Opec-Amtssitz unterzeichnen. Ein einfacher Mietvertrag für das neue Gebäude reicht für die Opec nicht aus.

Wien ist froh darüber, dass sich die Opec vor fast 45 Jahren Österreichs Hauptstadt als Sitz für die Zentrale ausgesucht hat. Es bedeutet viel Prestige für die Alpenrepublik, wenn die Ölminister der zwölf Opec-Mitgliedstaaten zwei- bis dreimal im Jahr in Wien über Fördermengen und damit letztlich auch über den Ölpreis auf den Weltmärkten bestimmen.

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