Offene Immobilienfonds
Banken laufen Sturm gegen Regierungspläne

Das Aus für offene Immobilienfonds hat die Finanzbranche gerade verhindert. Nun sorgen die aktuellen Gesetzespläne in der Branche für Unmut. Vor allem private Anleger würden benachteiligt, lautet die Kritik.
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BerlinDie deutsche Kreditwirtschaft macht weiter Front gegen die von der Koalition geplanten Gesetzesänderungen für offene Immobilienfonds. In Stellungnahmen für eine Anhörung des Bundestags-Finanzausschusses am kommenden Mittwoch warnen Banken, Sparkassen und Fonds vor erheblichen Nachteilen für Kleinanleger und Rückschlägen bei der privaten Altersvorsorge.

Unterschiedliche Rückgabemöglichkeiten für Alt- und Neuanleger führten nicht nur zu einer ungerechtfertigten Ungleichbehandlung. Letztlich könnten die Pläne für eine beschränkte Anteilsrückgabe sowie begrenzte Ausgabe neuer Anteile das Aus für das Anlageprodukt bedeuten.

Den Regierungsplänen zufolge sollen Kleinsparer ihre Anteile nur noch einmal jährlich zurückgeben können, damit die Fonds ihre Zahlungsfähigkeit besser managen können. Wer also Anteile kauft, kommt frühestens ein Jahr später wieder an sein Kapital.

Zudem soll der Freibetrag für neu aufgelegte Immobilienfonds sowie neu erworbene Anteile bestehender Fonds entfallen. Lediglich Altanleger sollen Anteile - im Rahmen des Freibetrags von 30.000 Euro pro Kalenderhalbjahr - börsentäglich zurückgeben können. Geplant ist ferner, dass nur noch viermal im Jahr Anteile von offenen Immobilienfonds an Anleger ausgeben werden können.

„Eine derartige Ausgestaltung der gesetzlichen Anforderungen wäre für die Kleinanleger mit erheblichen Nachteilen verbunden“, heißt es in der Stellungnahme der Kreditwirtschaft. „Offene Immobilienfonds würden damit erheblich an Attraktivität für diese Anlegergruppe verlieren. Dies kann nicht gewollt sein.“ Insbesondere nicht vor dem Hintergrund, dass Anteilscheine von offenen Immobilienfonds insbesondere zu Zwecken der Altersvorsorge im Rahmen von Sparplänen mit kleinen Beträgen erworben werden.

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„Verschärfungen nicht praxisgerecht“

Kommentare zu " Offene Immobilienfonds: Banken laufen Sturm gegen Regierungspläne"

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  • Warum wird hier gejammert? Millionen Rentner und Betreute hanen jede Menge Geld in vermintlich mümdelsicheren Anlagen verloren. Die Branche hat seit 2006 bewiesen, dass sie dieses Produkt nicht managen kann.

  • Der offene Immobilienfonds ist tot. Es hat sich gezeigt, dass ihn bereits geringe Probleme zum Umfallen birngen.

    Die "geordnerte" Abwicklung geschlossener offener Immobilienfonds erweist sich für die Anleger regelmäßig als Desaster. Viel besser als die Abwicklung wäre es die Fonds in REITs umzuwandeln.

  • Ein-und Auszahlungsplan in Maßen, mit Kapitalschutz versehen, muss möglich bleiben. Was die Politik hier liefert ist leider ein Armutszeugnis. Offensichtlich ist man nicht in der Lage sich in die Lage eines Anlegers zu versetzten, der einen regelmäßigen Auszahlungsplan als Altersversorgung mit Kapitalschutz benötigt. Kapitalschutz in dem Sinne, dass eine Verwertung der Immobilien unterhalb des Marktwertes verboten sein muss. Dann muss im Zweifelsfall die Auszahlung zurückstehen. Wen dies nicht möglich ist, sollte die Politik die private Altersvorsorge nicht mehr propagieren! Martin Winkler

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