Offene Immobilienfonds
Pramerica hält TMW Weltfonds geschlossen

Anleger des TMW Immobilien Weltfonds kommen nicht an ihr Geld. Der Fonds mit einem Volumen von rund einer Mrd. Euro bleibt mindestens bis Oktober geschlossen. Bis zum Ende des Jahres, dies stellte die Immobilienfondsgesellschaft Pramerica gestern in Aussicht, soll der Fonds aber wieder öffnen.

FRANKFURT. "Die frei verfügbare Liquidität wird bis Ende Oktober 2009 auf etwa 20 Prozent steigen", sagt Marcus Kemmner, Geschäftsführer von TMW Pramerica. Zum Zeitpunkt der Schließung am 28. Oktober 2008 lag dieser Wert bei 8,5 Prozent. Zwei Objekte - in den USA und in der Schweiz - hat der Fonds verkauft, um flüssiger zu werden. Der Preis liege über dem Verkehrswert, wie Pramerica betont.

Weil im Zuge der Finanzkrise viele Anleger gleichzeitig ihr Geld abziehen wollten, war eine Reihe von offenen Immobilienfonds unter Druck geraten. Insgesamt zwölf Fonds, darunter auch der TMW Weltfonds, fehlten die Mittel, um alle Kunden auf einmal auszuzahlen. Sie griffen zu einer Notlösung: Das gesamte Fondsvermögen wurde eingefroren.

Einige Fonds haben inzwischen wieder geöffnet. Begonnen mit der Wiederöffnung hatte die SEB Asset Management, die Anfang Juni den SEB Immoinvest öffnete. Auch der Axa Immoselect, Kanam Grundinvest, Degi International, CS Euroreal, Catella Focus Nordic Cities oder der UBS Euroinvest sind wieder offen. Bei fünf Immobilienfonds bleibt das Vermögen aber noch unter Verschluss.

Die Wiedereröffnung ist für die Fondsgesellschaften ein heikler Akt. Sie können nur schwer abschätzen, wie die Anleger reagieren - halten sie still oder wollen sie nach der Öffnung ihr Geld abziehen. Müsste ein Fonds gleich wieder schließen, weil Anleger in Massen ihre Anteile zurückgeben, wäre das Image schwer beschädigt.

"Wenn wir wieder öffnen, dann sind wir so vorbereitet und haben einen solchen Puffer, dass uns nichts passieren kann", sagt Kemmner. Um Anleger zu halten und neue zu gewinnen, hat sich Pramerica ein neues, auf Ökologie ausgerichtetes Konzept einfallen lassen. Künftig soll verstärkt in Häuser investiert werden, die ökologischen Gesichtspunkten entsprechen. Zudem will man Wasser- und Energieverbrauch in den eigenen Objekten senken.

Unabhängige Experten beurteilen die Lage bei den offenen Immobilienfonds nach wie vor kritisch. "Die Immobilienpreise sind weltweit gefallen, aber die Fondsgesellschaften haben ihre Bewertungen bislang kaum angepasst", sagt Fondsanalyst Stefan Loipfinger. Die Gesellschaften müssten ihre Immobilien massiv abwerten. Damit würde das Fondsvermögen sinken - auch den Anlegern drohten dann Verluste.

Bei Pramerica sieht man aktuell keinen Grund für weitere Abwertungen. Und im nächsten Geschäftsjahr seien lediglich Korrekturen im Bereich von zwei bis drei Prozent nötig. Kemmner verspricht den Anlegern, dass sie unter dem Strich mit einem Plus rechnen können.

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter
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