Offene Immobilienfonds
Schutz vor Panikverkäufen

Eine Woche nach Ausbruch der jüngsten Krise suchen die Anbieter offener Immobilienfonds nach Möglichkeiten, sich künftig vor Panikverkäufen zu schützen. Während mit der DJE Real Estate von DJE Kapital der erste Dachfonds aufgibt, geben sich andere große Dachfonds abwartend bis unbeeindruckt.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Ein Vorschlag lautet, Rücknahmefristen nach Einlagenhöhe zu staffeln. „Darüber kann man diskutieren“, sagte Heiko Beck, Vorstand im Branchenverband BVI.

Das Prinzip einer solchen Staffel: Je höher die Einlage, desto länger die Kündigungsfrist. Das würde vor allem die Großanleger bremsen, die einige Fonds in den vergangenen Tagen mit dem Abzug ihrer Gelder an die Liquiditätsgrenze und damit zur Aussetzung der Anteilsrücknahme brachten. Um eine solche Staffelung einzuführen, müsste allerdings das Investmentgesetz geändert werden. Credit Suisse Asset Management (CSAM), die einen Fonds nach diesem Modell auflegen wollte, holten sich laut Dirk Meiwirth, Produktmanager Immobilien bei CS, eine Abfuhr bei der Finanzaufsicht BaFin.

Meiwirths Vorschlag, in Paniksituationen die Rücknahme für alle Fonds auszusetzen, findet im Fondsverband keine Gegenliebe. So lehnt etwa Reinhard Kutscher, Vorsitzender des BVI-Immobilienausschusses, diese Maßnahme ab. „Ich sehe nicht die Notwendigkeit dafür“, sagte er.

Zum Wochenende froren die Schweizer Großbank Credit Suisse (CS) und die zum schwedischen Vermögensverwalter Aberdeen gehörende Degi die Gelder von drei Fonds ein. Betroffen sind der 6,5 Mrd. Euro schwere CS Euroreal und Degi Europa mit 1,7 Mrd. Euro sowie Degi International mit 2,5 Mrd. Euro. Inzwischen haben 12 Fonds von neun Gesellschaften die Anlegergelder blockiert. Sie repräsentieren 32 Mrd. Euro Fondsvolumen. Das sind 40 Prozent des Marktes. „Wir sind von der Wucht der Verkäufe überrascht“, sagte BVI-Vorstand Beck. Die Aussetzungen der Anteilsrücknahmen habe den Handel mit Anteilen an offenen Immobilienfonds an der Börse in Hamburg „deutlich belebt“, sagte ein Sprecher des Börse.

Die offenen Immobilienfonds der Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Deutsche Bank und Commerzbank verzeichnen weiterhin Mittelabflüsse, verfügen aber nach eigenen Angaben weiterhin über genügend Liquidität.

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