Offene Mietzahlungen
Hotel Adlon macht Anlegern keine Freude

Anno August Jagdfeld hat wieder Ärger mit Anlegern. Diesmal sind Zeichner des von ihm aufgelegten geschlossenen Immobilienfonds Fundus-Fonds 31 aufgebracht. Grund: Die Adlon Holding GmbH bleibt dem Fonds Mietzahlungen in Höhe von 3,1 Mio. Euro schuldig. Geld, das in dem ohnehin chronisch zu gering dotierten Ausschüttungstopf fehlt. Der wird hauptsächlich vom Adlon-Hotelpächter Kempinski befüllt.

DÜSSELDORF. Die Adlon Holding, im alleinigen Besitz der Familie Jagdfeld, ist Mieterin von Restaurants und Wellness-Einrichtungen im Adlon. Als Gegenleistung für den Ausfall von Pachtzahlungen für die Jahre 2008 und 2009 bietet die Jagdfeld-Gesellschaft einen Besserungsschein, der besagt, dass ab 2010 nachgezahlt wird, sofern die Adlon Holding dann wieder bei Kasse ist.

Fundus-Fonds-31 Verwaltungsrat Heinz Weber fürchtet, dass es nicht bei der Stundung bleiben wird. Denn vor den Nachzahlungen müssten erst einmal reguläre Pachtzahlungen in Höhe von 2,3 Mio. Euro fließen. In einem Schreiben an andere Kommanditisten äußert Weber den Verdacht, „dass Herr Jagdfeld mit allen Mitteln versucht, die Insolvenz seiner Adlon Holding zu verhindern oder zumindest bis in das Jahr 2010 zu verschieben“. Weber versucht nun, Mitstreiter in einer Schutzgemeinschaft der Adlon-Anleger hinter sich zu scharen.

Fundus-Fonds sind immer für Verluste oder Ausschüttungskürzungen gut. In der Liste der Flops steht ein Shoppingcenter in Hamburg Steilshoop, der Bürokomplex Pyramide in Berlin, die Gutenberg-Galerie in Leipzig, das Grand Hotel Heiligendamm an der Ostsee und letztendlich auch das Adlon.

Die Misere der Adlon-Anleger begann schon bei Auflage des Fonds vor 15 Jahren. In der Nachwendezeit legte der visionäre Projektentwickler Jagdfeld das Adlon als reinen Eigenkapitalfonds auf. Als die Anlegergelder in Form von Kommanditeinlagen nicht wie erwartet flossen, nahm die Fonds-KG Kredit auf. Das Risiko für die Anleger stieg. Die avisierte durchschnittliche jährliche Ausschüttung von vier Prozent wurde halbiert. Andererseits wurden die Anleger durch eine Kapitalerhöhungen zur Kasse gebeten, der sie nach einem charismatischen Auftritt Jagdfelds in der Gesellschafterversammlungen zustimmten.

Mit den neuen Mitteln und zusätzlichen Krediten wurde das Adlon erweitert. Der Ausbau durch die Jagdfeld-Firma Bredero geriet so teuer, dass Stefan Loipfinger, damals Analyst geschlossener Fonds und heftiger Kritiker Jagdfelds, ätzte: „Bei diesem Preis müssen in jedem Badezimmer goldene Wasserhähne hängen.“

Für bevorstehende Ausschüttungseinbußen wie jetzt hat Jagdfeld – wie immer – eine Entschuldigung parat: Lärmbelästigungen durch den Bau eines neuen Restaurants und eines Day Spas hätten die Verluste der Adlon Holding verursacht. Und außerdem habe Adlon-Pächter Kempinski den Holding-Betrieben „nicht wie zugesagt Gäste zugewiesen“.

Kempinski weist die Vorwürfe zurück. Die Hotelpächterin verweist auf den Betrieb eigener Restaurants im Adlon. „Dennoch bedienen wir diese Restaurants erstklassig“, kontert Kempinski-Vorstand Markus Semer Jagdfelds Vorhaltungen. Die Betriebe der Adlon Holding seien allerdings von Anfang an auf externe Gäste ausgerichtet gewesen.

Darüber, wie lange die Liaison mit der Jagdfeld-Gruppe noch hält, nachdem man sich schon beim Fundus-Fonds 34, dem Luxus-Ferien-Hotel Heiligendamm, im Streit trennte und des weiteren einen Prozess über Namensrechte führt, äußert sich Kempinski nicht direkt. Dies seien unterschiedliche Vorgänge. Der Pachtvertrag für das Adlon laufe bis zum Jahr 2017. So lange füllt Kempinski den Ausschüttungstopf mit der fix vereinbarten Pacht. Von zusätzlichen Pachteinnahmen aufgrund besonders guter Bewirtschaftungsergebnisse, wie mit dem Fonds vereinbart, können die Anleger nur träumen. Die hat es noch nie gegeben. Ein von Kempinski in diesem Jahr erwartetes Umsatzminus von 20 Prozent spricht für sich.

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