Office First
Die IVG hübscht ihre Tochter auf

Ob Deutschland einst größtes börsennotiertes Immobilienunternehmen seine Tochter an die Börse bringt oder doch einen Käufer für sie findet, ist noch nicht entschieden. Aber gute Ergebnisse zahlen sich so oder so aus.

DüsseldorfInnerhalb der kommenden vier Wochen wird sich das Schicksal der Office First entscheiden, munkelt man in der Immobilienbranche. Am Dienstag hatten Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Insider berichtet, die US-Private-Equity-Gesellschaft Blackstone biete für das Immobilienportfolio, das mit neuem Namen unter dem Dach der IVG aufgehängt ist. Der Börsengang bleibt eine Option.
Am Mittwoch kommentierte Michiel Jaski, CEO der Office First die Spekulationen nur knapp: „Unsere erklärte Absicht ist es, unser Unternehmen kapitalmarktfähig zu machen und wir sind zuversichtlich, dieses Ziel in absehbarer Zeit zu erreichen.“

Im Übrigen lässt er die Geschäftsergebnisse des ersten Jahres sprechen. Die sind gut, wie in einer solchen Situation nicht anders zu erwarten. Das operative Ergebnis, wie bei Immobiliengesellschaften üblich als Funds from Operations (FFO) ausgewiesen, stieg in den ersten sechs Monaten 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 46,6 Millionen Euro. Die Nettomieteinnahmen nahmen um 1,9 Prozent auf 99,5 Millionen Euro zu. Nach Aufwertungen im ersten Halbjahr beziffert Office First den Wert der Immobilien auf rund 3,3 Milliarden Euro.

Vor drei Jahren rutschte die IVG Immobilien, einstmals Deutschlands größte börsennotierte Immobiliengesellschaft in die Insolvenz. Neue Eigentümer wurden eine Vielzahl von Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften, nachdem sie zuvor Schulden der IVG aufgekauft hatten, die sie im Rahmen der Sanierung in Eigenkapital tauschten. Die Börsennotiz erlosch.

Die IVG bekam eine neue Struktur für ihre drei großen Geschäftsbereiche. Die Immobilien wurden unter der Office First zusammengefasst. Das Geschäft mit der Verwaltung von Immobilien für andere wird unter dem Namen Triuva weitergeführt. Über den Verkauf der Gesellschaft, die immer noch Marktführer unter den Anbietern von Immobilienspezialfonds in Deutschland ist, wurde immer wieder spekuliert.

Das dritte Standbein, die Entwicklung und der Betreib unterirdischer Gas- und Ölspeicher, auch Kavernen genannt, wird seit dem 1. Juli unter dem neuen Namen Storage Etzel weitergeführt.

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