Oft werden Wohnungen zu selten gelüftet
Schwierige Rechtslage bei Schimmelpilzbefall

Schimmelpilze in Wohnungen können zu Gesundheitsstörungen führen und sind immer wieder Anlass für Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern. Doch die Beweislast für die Ursachen liegt auf beiden Seiten, wie der Immobilienverband Deutschland IVD mitteilt.

HB BERLIN. Wenn der Vermieter am Beispiel anderer Wohnungen in der Anlage ohne Schimmelpilzprobleme belegen könne, dass der technische Zustand des Baus in Ordnung ist, sei der Mieter am Zuge. Er müsse dann beweisen, dass er ausreichend gelüftet und geheizt habe.

IVD-Sprecher Michael Schick rät mit Hinweis auf mehrere Urteile, zwei Mal täglich zu lüften und erklärt: „Aus falsch verstandener Sparsamkeit lüften Mieter oftmals zu selten. Dabei kostet Stoßlüften nur wenig Heizenergie, denn die Wohnung kühlt in der kurzen Zeit nicht aus, und die frische Luft lässt sich sogar leichter erwärmen als abgestandene.“

Außerdem sollten die Fliesen im Bad regelmäßig trocken gewischt und große Schränke nicht direkt an Außenwände gestellt werden. Breitet sich der Schimmel dennoch in den Räumen aus, „kann der Mieter eine nachhaltige Beseitigung der Ursache verlangen und bis dahin die Miete ausgehend von der Brutto-Miete mindern“. Reagiere der Vermieter nicht, könne der Mieter die Arbeiten selbst in Auftrag geben und dem Vermieter in Rechnung stellen, heißt es mit Verweis auf mehrere Gerichtsentscheidungen. Dem Vermieter müsse zuvor allerdings eine Frist eingeräumt werden, für die Beseitigung der Mängel selbst zu sorgen.

Für die Höhe der zulässigen Mietminderung gibt es keine allgemeine Rechtsprechung: „Die Urteile fallen insbesondere dann sehr unterschiedlich aus, wenn ein Mitverschulden des Mieters nicht ganz auszuschließen ist.“

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