Oldtimer-Ausstellung
Porsches Museumsneubau „schwebt“

Gigantische rotbraune Stahlträger ragen in den Himmel und laufen vorn spitz wie im Bug eines Ozeanriesen zusammen. Am Stuttgarter Porscheplatz entsteht um ein Skelett von 6 000 Tonnen Stahl das neue Porsche-Museum, das in der Computeranimation an ein Raumschiff erinnert.

HB STUTTGART. „Optisch versetzt diese Konstruktion die Ausstellung in einen Schwebezustand“, schwärmt Christina Becker, Projektleiterin für den Museumsneubau. „Es handelt sich um das spektakulärste Bauprojekt in der Unternehmensgeschichte“, betont Anton Hunger, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von Porsche. Tiefgarage, Erdgeschoss und die zentralen Träger, die so genannten Kerne, aus Stahlbeton stehen. Bis zu 60 Meter sollen die Stahlträger zwischen den tragenden Kernen überbrücken. An den Trag-Kernen wer-den mehrere jeweils 22 Meter lange daumendicke Stahllitzen befestigt, die mit bei einer Zugkraft von 300 Tonnen vorgespannt, der Architektur des neuen Porsche-Museums ausreichend Halt geben sollen. Die Technik, die das Wiener Architekturbüro Delugan Meissl dabei einsetzt, kommt aus dem Brückenbau.

Über die Baukosten „der Visitenkarte für Porsche am Stammsitz Stuttgart-Zuffenhausen“ schweigt sich das Unternehmen noch aus: Abgerechnet wird am Ende. Das neue Gebäude nebst Ausstellung soll in der zweiten Hälfte 2008 nach drei Jahren Bauzeit fertig sein und dann für die Besucher geöffnet werden. Den Fan der schwäbischen Sportwagenschmiede erwartet auf mehr als 20 000 Quadratmetern eine „rollende Ausstellung“ mit 80 Fahrzeugen. Museumsleiter Klaus Bischof verspricht, „immer neue Renn- und Sportwagen aus dem Fundus“ vorzufahren. Im alten, kostenlos zu besichtigenden Museum werden die Exponate oft wöchentlich gewechselt, weil nur jeweils 20 der 400 vorhandenen Oldtimer gezeigt werden können. Der Wunsch nach mehr Platz – und nicht etwa die Tatsache, dass in Stuttgart vor einem Jahr das neue Mercedes-Museum eröffnete – nennt Porsche als Grund für den aufwendigen Museumsneubau.

Auch die Classic-Werkstatt, in der alte Sportwagen instand gesetzt werden, und das Porsche-Archiv ziehen ins neue Gebäude um. Nicht allein das Eintrittsgeld soll dazu beitragen, Kosten einzuspielen. Für exklusive Tagungen und Geschäftsessen wer-den ein von der Ausstellung getrenntes Restaurant und Konferenzräume vermietet. Eine Konkurrenz zum Daimler-Museum? So versteht Porsche seinen Neubau nicht. Stuttgart hat 2008, so hofft das der Sportwagenbauer, einen Anziehungspunkt mehr für Autofans. Apropos Anziehungspunkt: So wie bei Mercedes sind es übrigens auch beim neuen Porsche-Museum nur wenige Schritte zur Verkaufsniederlassung – falls aus dem Fan ein Käufer wird.

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