Opportunity Fonds
Schnäppchenjagd in Florida

Traumhäuser in Miami sind derzeit ein Schnäppchen. Seit Jahren sinken die Immobilienpreise in Florida. Der Sonnenstaat lockt nicht nur amerikanische Renter an, auch so genannte Opportunity Fonds sondieren den dortigen Immobilienmarkt für ihre Anleger - und schlagen zu.

NEW YORK. Das US-Wirtschaftsmagazin „Fortune“ war optimistisch, wie so häufig. „Gute Geschäfte in einem kaputten Markt“ überschrieb es einen Bericht zur Lage der Immobilienbranche. „Kluge, weitsichtige Kapitalgeber füllen jetzt das Vakuum, das entstand, als die Preise implodierten und keiner mehr kaufen wollte“, schrieben die Journalisten. „Die Investoren konzentrieren sich auf starke Regionen wie Florida.“

Das war 1991. Auch damals war Amerika dabei, eine Immobilienkrise zu bewältigen. In den 80er-Jahren hatte billiges Geld die Märkte überschwemmt und einen Bauboom ausgelöst. Die Folge: Überkapazitäten, fallende Preise, Pleiten, Zwangsversteigerungen – nicht anders als heute. Damals stabilisierten Schnäppchenjäger den Markt, insbesondere in Florida. Wiederholt sich nun die Geschichte?

„Hunderte von Fonds haben hier in den vergangenen Monaten Marktstudien betrieben“, sagt Jack McCabe, der in Deerfield Beach in der Nähe von Miami ein Analysehaus leitet. „Viele beginnen jetzt zu kaufen.“ Nach seiner Schätzung haben sich sogenannte Opportunity Funds Projekte von insgesamt mindestens 30 Mrd. Dollar vorgemerkt. Diese Fonds kaufen in der Regel nicht langfristig an Mieter guter Bonität vermietete Gebäude. Sie nehmen auch Leerstand in Kauf. Eine ihrer Strategien: Gebäude modernisieren, Vermietungsstand verbessern und im nächsten Aufschwung mit Gewinn veräußern.

An günstigen Angeboten mangelt es nicht: Die Immobilienpreise in Florida sind seit 2005 nach Schätzungen um durchschnittlich 40 Prozent gefallen; einzelne Objekte werden mit Abschlägen von 70 Prozent und mehr gehandelt. Optimisten glauben, dass die Talsohle erreicht ist, und hoffen auf Traumrenditen, wenn sich der Markt erholt. Die große Frage ist, ob tatsächlich schon die Zeit zum Einstieg gekommen ist oder ob die Preise noch fallen. „Den Leuten brennt das Geld in der Tasche, sie wollen investieren“, sagt Jack McCabe. „Aber das Risiko ist hoch. Die frühen Anleger verlieren oft Geld.“

Einige Fonds konzentrieren sich auf Bürogebäude und Wohnungen, andere auf Bauland, das jetzt, wo keiner bauen will, billig zu haben ist. Der Opportunity Fonds Terracap Partners mit Sitz in Cape Coral beispielsweise, im November 2008 gegründet, hat bereits zwei Areale gekauft und verhandelt über zwei weitere Projekte, darunter 14 Hektar Wohnbauland an Floridas Westküste. Verkäufer ist ein Bauträger, der in guten Zeiten Land hortete und nun dringend Geld braucht. Er zahlte für das Grundstück 2006 rund 6,8 Mio. Dollar und investierte noch 100 000 Dollar in die Infrastruktur. Jetzt verramscht er das Ganze für 1,85 Mio. Dollar. Terracap will die Liegenschaft zwei bis fünf Jahre halten und verkaufen, wenn die Preise, wie erwartet, steigen. Geschäftsführer Stephen Hagenbuckle hofft auf jährliche Renditen von 22 bis 27 Prozent. „Spätestens 2014 herrscht hier wieder Hochkonjunktur“, meint er.

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