Ostdeutscher Wohnungsmarkt
Zurück in die Stadt

Nachdem Ostdeutschland seit der Wiedervereinigung fast flächendeckend mit Bevölkerungsschwund, Wohnungsleerstand und Strukturverfall zu kämpfen hatte, geht es in einigen Großstädten endlich wieder bergauf. Die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt ostdeutscher Metropolen zieht kräftig an.

LEIPZIG. Eine dieser Wachstumsinseln des Ostens ist die sächsische Messestadt Leipzig. Eine vom Stadtplanungsamt Leipzig jährlich durchgeführte Expertenbefragung ergibt, dass 45 Prozent der Immobilienfachleute in den kommenden Jahren von einer leicht bis stark zunehmenden Investitionstätigkeit auf dem dortigen Mietwohnungsmarkt ausgehen. Der Grund: Wohnen in der Leipziger Innenstadt wird wieder nachgefragt. Nachdem die Stadt mit dem Fall der Mauer im Verlauf weniger Jahre knapp 100 000 Einwohner verloren hatte, wächst die Bevölkerung nun wieder.

Auch die Leerstandsquote ist durch den Bevölkerungszuwachs, aber auch durch Abrissmaßnahmen und geringe Bautätigkeit kontinuierlich gesunken. Bei einem Wohnungsbestand von rund 316 000 liegt die Leerstandsquote nun bei 14 Prozent, heißt es im Monitoringbericht des Leipziger Stadtplanungsamts.

Jürgen Poschmann, Regionalvorsitzender des IVD für Sachsen und Sachsen-Anhalt und selbst Immobilienmakler, ordnet diese Zahl allerdings ein. „Nur ein gutes Drittel dieser Wohneinheiten ist vermietungsfähig. Vor diesem Hintergrund muss man die Leerstandsquote als äußerst gering einstufen. In den besseren Lagen übersteigt die Nachfrage inzwischen sogar das Angebot.“

Die steigende Nachfrage macht sich insbesondere bei sanierten Gründerzeitbauten, sanierten Wohnungen aus den 1920er- und 1930er-Jahren sowie Beständen ab Baujahr 1990 bemerkbar. Zentrumsnahe Stadtteile wie Gohlis-Süd, Plagwitz, Schleußig und Zentrum-Süd haben als mittlere Lagen derzeit das meiste Potenzial für Wertsteigerung. Hier wird viel saniert, entstehen Stadthäuser und alternative Wohnformen wie beispielsweise Lofts und Apartments mit Garten und Balkon am Karl-Heine-Kanal für Monatsmieten zwischen fünf und 6,50 Euro je Quadratmeter (qm) plus Nebenkosten.

Die besten Lagen, von denen in den nächsten Jahren Stabilität, weniger jedoch Wertsteigerung zu erwarten ist, befinden sich in Gohlis-Nord, Gohlis-Mitte sowie Zentrum-West, auch Musikerviertel genannt. Hier liegen die Mieten zwischen sechs und 7,50 Euro/qm.

Seite 1:

Zurück in die Stadt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%