Pfandbrieftaugliche Immobilien
Fonds liefern Banken Futter

In der Finanzkrise singen deutsche Banker das hohe Lied auf offene Immobilienfonds und den Pfandbrief. Offene Immobilienfonds gelten als kreditwürdig, weil sie im Fondsdrchschnitt mit maximal 50 Prozent Fremdkapital kaufen. Sie liefern den Banken damit, was sie zurzeit suchen, sofern sie überhaupt das Kreditneugeschäft noch aktiv betreiben: pfandbrieftaugliche Immobilien.

HB MÜNCHEN. Das Immobiliengeschäft werde künftig auf einem Niveau stattfinden wie in den 1980er-Jahren, als Immobilien bis 60 Prozent beliehen wurden, sagte Commerzbank-Vorstand Bernd Knobloch, auf der Auftaktveranstaltung der Immobilienmesse Expo Real am Montag in München. 60 Prozent sind die Beleihungsgrenze für die durch Immobilien besicherten Pfandbriefe. "Die High-Leverage-Finanzierungen wird es nicht mehr geben", sagte Knobloch. In den Jahren des Immobilieninvestment-Hypes von 2005 bis 2007 hatten Finanzinvestoren mit Fremdkapitalquoten von 90 Prozent und mehr Immobilien gekauft.

"Der deutsche Pfandbrief kann zum Exportschlager werden", sagte Walter Klug, Geschäftsführer des Fondsanbieters Morgan Stanley Real Estate Investment GmbH, auf dem Podium. Dass sich die Immobilienfinanzierer auf den Pfandbrief besinnen, liegt auf der Hand. Zurzeit sei es den Banken nicht möglich, sich unbesichert zu refinanzieren. Allerdings sind zurzeit auch am Pfandbriefmarkt keine großen Neuemissionen möglich. Banker geben auf der Expo Real zu verstehen, dass der Fast-Zusammenbruch der Hypo Real Estate (HRE) dem Pfandbriefmarkt schadet, obwohl - anders als bei Anleihen - nicht der Emittent für die Bedienung des Papiers haftet, sondern es durch die Immobilien besichert wird. "Wenn die HRE nicht gerettet worden wäre, hätte es einen Dominoeffekt gegeben", sagte Bernhard Visker, Vorstand der HSH Nordbank.

Große deutsche Immobilienfinanzierer, darunter Eurohypo und HSH Nordbank, reservieren zurzeit ihre liquiden Mittel für langjährige Geschäftskunden, um deren Kredite prolongieren zu können. Das führt zwangsläufig dazu, dass Finanzinvestoren, die in den vergangenen drei Jahren im Konditionenpoker die Banken gegeneinander ausgespielt haben, Probleme haben, Aschlussfinanzierungen zu bekommen. Ihnen bleibe nur, teuer zu refinanzieren, zusätzliches Eigenkapital einzuschießen oder schnell zu verkaufen, sagte Knobloch. "Staatsfonds und offene Immobilienfonds stehen bereit zu kaufen, ergänzte er. Den Fonds fehlt es nicht an Kapital. Die Branche habe in diesem Jahr bereits Nettomittelzuflüsse von rund fünf Mrd. Euro, berichtete Walter Klug aus der Immobilienfondsbranche.

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