Pfusch am Bau
Architekt haftet für Baumängel

Wenn ein Architekt die Bauarbeiten schlampig kontrolliert, kann der Auftraggeber hinterher Schadensersatz für Baumängel verlangen. Zwei aktuelle Urteile zeigen, dass die Gerichte in solchen Fällen kein Pardon kennen.

So entschied das Brandenburgische Oberlandesgericht, dass ein Architekt für Risse im Außenputz haftet, wenn er das Verputzen nicht überwacht hat (12 U 138/06). Im Urteilsfall hatten die Bauarbeiter den Putz auf sogenannten Porenbeton aufgetragen, ein laut Sachverständigengutachten "extrem kritischer Putzgrund", weil er "stark wassersaugend" ist. Deshalb handelte es sich laut Gericht um eine komplizierte Arbeit und nicht, wie vom beklagten Architektenbüro behauptet, um eine "handwerkliche Selbstverständlichkeit". Die Architekten hätten das Verputzen zumindest stichprobenartig kontrollieren müssen, monierten die Richter. Dass das beauftragte Unternehmen den Architekten fehlerfreie Arbeit versprochen habe, entbinde diese "in keiner Weise von eigenen Prüfungspflichten".

Im zweiten Fall hatte ein Bauherr Schadensersatz verlangt, weil die Baukosten um mehr als ein Drittel höher ausgefallen waren als ursprünglich veranschlagt. Der Architekt hielt dagegen, die anfängliche "Kostenaufstellung" sei lediglich eine unverbindliche, vorläufige Schätzung gewesen. Das Oberlandesgericht Köln schlug sich jedoch auf die Seite des Bauherren: Eine derartige Kostenüberschreitung liege "jenseits jeglicher Toleranzgrenzen", so die Richter (19 U 128/06). Damit ein Voranschlag verbindlich sei, müsse darin nicht ausdrücklich eine Bausummengarantie gegeben werden.

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