Polen, Tschechien und Ungarn ziehen Investoren an – Das treibt die Preise, aber nicht die Mieten
In den EU-Beitrittsländern sinken die Immobilien-Renditen

Niedrige Löhne, niedrige Steuern, hoher Nachholbedarf im Konsum-, wie im Investitionssektor und die Vorfreude auf hohe Subventionen aus Brüssel, das ist das Wachstumsszenario, das vor allem Investoren vom großen Geld träumen lässt. Die Rede ist von den jüngst der EU beigetreten Länder Osteuropas. Deren Immobilienstandorte bekommen denn auch Lob von allen Seiten

BERLIN/DÜSSELDORF. „Der Wirtschaftsschwerpunkt innerhalb Europas wird sich vom Süden Richtung Osten verschieben“, meinen die Analysten des Immobilienmaklers DTZ. Und die Westdeutsche Immobilienbank verweist auf die „konsumfreudige Bevölkerung“, die internationale Filialisten anlockt.

Für Uwe Stoschek, Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PWC) bestehen in Osteuropa „attraktive Investitionsmöglichkeiten“. Vor allem die größeren Märkte Polen, Tschechien und Ungarn zögen ausländische Investoren an, hieß es auf einer PWC-Veranstaltung. Ein Vergleich der Büroflächen lässt das Potenzial erahnen. Die Analysten von Jones Lang LaSalle (JLL) bilanzieren für Warschau, Budapest und Prag zusammen mit etwa 5,5 Mill. Quadratmetern (qm) weniger als für Düsseldorf allein, das rund sieben Mill. qm zu bieten hat.

Doch die Realität holt gar manchen aus dem Traum. Der Leerstand ist hoch – wenn auch tendenziell rückläufig. In Warschau ging er nach JLL-Daten binnen eines Jahres zum Ende des ersten Quartals 2004 von 16,3 auf 13,5 Prozent zurück. In Budapest sank er von 16,5 auf 15,7 Prozent und in Prag stagnierte er bei 12,2 Prozent. Auch die Spitzenmieten in Warschau, Budapest und Prag blieben JLL zufolge bislang im ersten Quartal stabil. Am teuersten ist Warschau mit einer Jahresmiete von 252 Euro/qm und damit auf dem Niveau von Düsseldorf, aber weit hinter den 414 Euro/qm, die in Frankfurt gezahlt werden müssen. Auf den Plätzen folgen Prag (240 Euro/qm) und Budapest (215 Euro/qm). Doch während die JLL-Analysten Prag und Budapest nun am Wendepunkt zu steigenden Mieten und Warschau nicht weit von diesem Punkt entfernt sehen, spricht Jan Schwarz, bei der DB Real Estate (DBRE) für Einkäufe in Osteuropa zuständig, den Märkten kurzfristig Mietsteigerungspotenzial ab. Die Deutsche-Bank-Tochter, hat seit dem Jahr 2000 Objekte für 353 Mill. Euro gekauft und plant mittelfristig in der Region weitere 400 Mill. Euro auszugeben.

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