PR-Desaster statt Proteste
Makler haben keine Lust auf Streik

Der kämpferische Aufruf zur Urabstimmung ging ins Leere: Entgegen der Prognosen der Verbandssprecher gab es keine Mehrheit für den Makler-Streik. Nicht mal jeder Dritte stimmte überhaupt ab. Das Protokoll einer Farce.
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DüsseldorfWährend die Lokführergewerkschaft GDL im Kampf um bessere Konditionen die nächste Arbeitsniederlegung ankündigen, fällt der Streik bei einer anderen Berufsgruppe erst einmal aus. Die Immobilienmakler möchten doch nicht streiken.

Der Berufsverband BVFI hatte zur Urabstimmung aufgerufen. Der Unmut des Verbands richtet sich gegen die geplante Einführung des Bestellerprinzips bei Maklerprovisionen auf dem Mietwohnungsmarkt. In einem offenen Brief an die Bundestagsfraktion der Union war sogar von einem „Berufsverbot“ die Rede. Das Abstimmungsergebnis zeigt jedoch: Der Großteil der befragten Makler ignorierte trotz Medienecho die Abstimmung. Nicht einmal jedes dritte Verbandsmitglied wollte streiken.

Laut Mitteilung des BVFI nahmen 31 Prozent seiner Mitglieder an der Urabstimmung teil. Rund 30 Prozent stimmten für Streik, 5,85 Prozent explizit dagegen. Die große Mehrheit, rund 64 Prozent, enthielt sich ihrer Stimme. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit wurde entgegen der Prognosen der Verbandssprecher deutlich verpasst.

Der Verband begründet dies damit, dass die sich enthaltenden Makler nicht in der Vermittlung von Mietwohnungen tätig seien. Dass der BVFI damit ebenfalls gegen einen klaren Handlungsauftrag argumentiert, wird nicht näher kommentiert.

Stattdessen entlädt sich die Enttäuschung über die Berichterstattung über die Urabstimmung in einigen gepfefferten Aussagen, die im Zuge der Pressemitteilung über das Ergebnis an die Medienvertreter geschickt wurden. Der Verband bemängelt Berichteten über den Hohn und Spott, den die Urabstimmung im Netz fand. Vor allem beim Kurznachrichtendienst Twitter hagelte es Kritik und amüsierte Kommentare. Erstaunlich: Der Verband berichtet in der Mitteilung verschwörerisch in einem Kreis von „30 bis 40 Personen“, die sich kritisch äußerten.

Seite 1:

Makler haben keine Lust auf Streik

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Hitzige Stellungnahme der Makler

Kommentare zu " PR-Desaster statt Proteste: Makler haben keine Lust auf Streik"

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  • Empfehle einem Teil der Immobilienmakler sich zum Lokführer umschulen zu lassen...

  • Makler fast jeder Art benötigen weder Gewerkschaft noch Verband.
    Sie können sich leicht selber helfen.

    Schließlich läßt sich die neue Regelung mit links umgehen - lächerlich, es überhaupt zu versuchen.
    Politik ist und bleibt eben von Vorgestern, daher schadet sie in bald allen Fällen nur.

    Nur merken es die meisten Menschen nicht zeitig - erst, wenn es für sie zu spät ist und sich nichts mehr ändern läßt.

    So war es beim Euro, beim EEG und dem Mindestlohn wie auch der Frührente. Zahlen muß dann stets die breite Masse, die kaum je begreift, was mit ihr angestellt wird.

  • @Herr Pom Muc:

    Die Mietpreisbremse hat nichts mit den Maklern zu tun. Sie ist unsinnig, weil dann weniger gebaut wird, weil es sich weniger rentiert.

    Der Makler ist aber so überflüssig wie ein Kropf und gerade beim Immo-Kauf treibt er neben der zweiten Schmarotzer-Profession "Notar" den Preis unnötig in die Höhe....

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