Preisanstieg setzt sich weiter fort
Spanischem Immobilienmarkt droht Überhitzung

Auch in diesem Jahr werden die Immobilienpreise in Spanien weiter steigen. Die zweitgrößte spanische Bank BBVA rechnet mit einem Anstieg der Preise um bis zu zwölf Prozent. Seit 1997 sind die Preise bereits um 150 Prozent gestiegen. Das führt dazu, dass die monatliche Hypothekenlast für viele Familien, die meist zudem zahlreiche Konsumkredite laufen haben, kaum noch zu tragen ist.

HB MADRID. Schon jetzt haben 31 Prozent der Spanier Probleme, ihre Kredite zu bedienen. Das geht aus einer Studie der Versicherungsgesellschaft Cardif hervor. 23 Prozent haben sogar erhebliche Probleme. Das sei wesentlich mehr als der EU-Durchschnitt, der bei 18 Prozent liege. Zum ersten Mal wachsen nach Auskunft der spanischen Notenbank die Schulden der Spanier schneller als das Einkommen. Das Verhältnis der Schulden zum verfügbaren Jahresbruttoeinkommen beträgt inzwischen mehr als 100 Prozent. 1996 machten die Schulden noch ein Viertel weniger des jeweiligen Haushaltsbudget aus. An Sparen ist bei solchen Verhältnissen nicht mehr zu denken, was auch den spanischen Notenbankchef Jaime Caruana beunruhigt: „Da sind einfach keine Rücklagen.“

Ein Grund mehr für Caruana, endlich Druck zu machen. Nachdem auch die internationalen Medien immer wieder auf die Spekulationsblase auf dem spanischen Wohnungsmarkt hingewiesen haben, spricht nun auch er seit einem halben Jahr von einer klaren Überbewertung. Vor ein paar Wochen bezifferte er diese noch auf rund 20 Prozent, jüngst nannte er sogar die Zahl 35 Prozent.

Die Verschuldung kann mittelfristig die derzeit noch gut funktionierende, aber zu sehr vom privaten Konsum abhängige spanische Konjunktur gefährden. „Steigen die Zinsen, dann gehen hier die Lichter aus“, warnt Manuel Romera, Dozent an der Madrider Businessschule Instituto de Empresa.

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