Preise für Logistikimmobilien steigen
Investoren schätzen Lagerhallen

Das Angebot an Logistikimmobilien auf dem Investmentmarkt ist knapp. Der Immobilienberater Jones Lang Lasalle (JLL) stellt für das erste Halbjahr 2007 einen Rückgang des Transaktionsvolumens gegenüber der gleichen Vorjahresperiode um 35 Prozent auf 765 Mill. Euro fest.

HB DÜSSELDORF. Zwar erwartet Rainer Koepke, verantwortlich für das Segment Industrieimmobilien in Deutschland bei JLL, dass im zweiten Halbjahr der Wert der veräußerten Lagerhallen zunimmt. „Allerdings wird das Rekordvolumen von 2,4 Milliarden (Mrd.) Euro des vergangenen Jahres nicht erreicht werden“, kündigt Koepke an. Allerdings fehlt es nicht an der Nachfrage, sondern am Angebot. Projektentwickler verkaufen ihre Neubauten nicht, sondern bringen sie in eigene Fonds ein oder halten sie für spätere Paketverkäufe zurück. Porfolioverkäufe lohnen sich. Denn noch immer sitzt bei Großinvestoren das Geld locker. Die wollen lieber klotzen statt kleckern und zahlen deshalb Paketaufschläge.

Die Strategie, Neubauten an eigene Fonds abzugeben, verfolgen beispielsweise die US-Gesellschaft Prologis und die australische Goodman International. Prologis ist eine steuerbegünstigte Immobilienaktiengesellschaft, ein sogenannter Real Estate Investment Trust (Reit). Goodman, ebenfalls börsennotiert, wurde von der australischen Investmentbank Macquarie aufgebaut, die ihre Anteile inzwischen komplett abgegeben hat, aber noch an Goodman-Fonds und am Fondsmanagement beteiligt ist. Um ins Deutschland-Geschäft zu kommen, kaufte Goodman im Mai 2006 den in Deutschland gut eingeführten belgischen Logistikimmobilienentwickler Eurinpro.

Der britische Entwickler Gazeley nimmt die neuen Objekte zunächst selbst in die Bücher. Ziel sei es, Portfolios im Wert von 300 Millionen (Mill.) bis 400 Mill. Euro zu schaffen und sie mit Portfolioaufschlägen zu verkaufen, erläutert Ingo Steves, Geschäftsführer von Gazeley Germany die Philosophie. Gazeley ist eine 100-Prozent-Tochter des amerikanischen Einzelhandelsriesen Wal-Mart.

„Wir wollen in Deutschland durchstarten“, kündigt Steves an. Das große Interesse von Gazeley und anderen ist nicht überraschend: Die Osterweiterung der EU hat die Wege der Waren in Europa verändert. Der Warenaustausch zwischen Ost und West erfolgt über Deutschland, weswegen Deutschland den Benelux-Ländern den Rang als Verteilzentrum innerhalb Europas abläuft. Zudem ist das Land selbst mit 82 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste in Europa und deshalb auch der wichtigste Absatzmarkt für Produzenten in Ost und West. Das hat dazu geführt, dass die Logistikbranche inzwischen hierzulande nach dem Automobil- und dem Gesundheitssektor die drittgrößte Branche ist.

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