Preise für Solaranlagen gesunken
An der Sonne verdienen

Das gesunkene Vertrauen in die Finanzmärkte bereitet derzeit so manchem Privatanleger Kopfzerbrechen. Für Immobilienbesitzer aber gibt es jetzt eine Alternative zur Geldanlage auf dem Kapitalmarkt: Die Investition in Sonnenenergie. Der Grund: Die Preise für Solaranlagen sind auf ein Rekordtief gesunken.
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BONN. "Für die Käufer sind die Bedingungen dieses Jahr traumhaft", sagt Christian Münch, Photovoltaik-Experte beim Marktforschungsunternehmen EUPD Research in Bonn. "Die Rendite ist jetzt besonders attraktiv."

Immobilienbesitzer könnten unter den derzeitigen Bedingungen mit einer Solaranlage eine Rendite um die zehn Prozent erzielen, sagt Bernd Schüßler vom Fachmagazin Photon, das regelmäßig die Preise für Solarmodule vergleicht. Seit 2008 seien die Preise für Solaranlagen um bis zu 30 Prozent gesunken. Im vergangenen Jahr habe eine Anlage noch deutlich mehr als 4 000 Euro pro Kilowattstunde gekostet. Nun gebe es bereits Angebote unter 3 000 Euro, beobachtet Schüßler. Es gebe allerdings auch immer noch deutlich teurere Offerten. Das liege jedoch in der Regel nicht an einer besseren Qualität. Oftmals hätten die Anbieter die Ware noch vor einigen Monaten zu einem höheren Preis eingekauft und wollten nun keinen Verlust machen. Der Kunde sollte daher beim Kauf darauf achten, dass es sich um ein Komplettangebot handelt, sagt Schüßler. Darin enthalten sind die Lieferung der Module, des Wechselrichters, der Verkabelung, des Befestigungssystems sowie die Montage und schließlich der Anschluss ans Netz und die Formalitäten mit dem Netzbetreiber.

Schüßler empfiehlt Kunden, sorgfältig zu vergleichen und mit dem Installateur zu verhandeln. Um eine lohnende Rendite zu erzielen, sollte der Preis bei maximal 3450 Euro pro Kilowattstunde liegen, sagt der Solarexperte. Damit könne der Käufer dann immerhin noch eine Rendite von 7,4 Prozent erwirtschaften. Und: Die Anlage sollte mindestens eine Größe von drei Kilowattstunden haben.

Den Strom, den der Hauseigentümer auf seinem Dach produziert, kann er in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Besitzer, deren Anlagen dieses Jahr in Betrieb genommen werden, erhalten vom Netzbetreiber ein gesetzlich festgeschriebenes Entgelt von 43,01 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Preis wird für einen Zeitraum von 20 Jahren garantiert. In dem zum 1. Januar in Kraft getretenen Erneuerbare-Energien-Gesetz wurde festgelegt, dass diese Vergütung von Jahr zu Jahr sinken soll: Um acht Prozent 2010 und ab 2011 um neun Prozent.

Wer in diesem Jahr kauft, sichert sich somit noch dauerhaft die höhere Vergütung. Doch die Investition in Sonnenenergie dürfte auch im kommenden Jahr noch attraktiv bleiben. Branchenkenner rechnen damit, dass die Preise für Solarmodule weiter sinken oder zumindest vorerst niedrig bleiben. Der Grund: Die Hersteller haben die Produktion in der letzten Zeit kräftig hochgefahren. Durch die Wirtschaftskrise ist jedoch die Nachfrage gesunken, weil weniger Großanlagen gebaut worden sind. Zum anderen würden die Preise durch die billigere Konkurrenz aus China gedrückt, sagt Schüßler.

Die meist günstigeren Module chinesischer Markenhersteller seien den westlichen Produkten qualitativ ebenbürtig, sagt Solarexperte Münch. Allerdings sollte der Käufer darauf achten, dass die Module zertifiziert sind. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt davor, dass derzeit vereinzelt auch Solarmodule mit gefälschten Qualitätssiegeln angeboten werden. Bei den Zertifizierern TÜV-Rheinland und Fraunhofer VDE können Kunden abfragen, welche Module qualitätsgeprüft sind.

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