Preise sollten bald ihren Boden gefunden haben
Immobilienbranche: Bloß nicht schwarz malen

Bloß nicht schwarz malen - so lautet derzeit ausgerechnet im sonst eher pessimistisch veranlagten Deutschland die Devise. Der erste Schock ist überwunden, nun sucht die Immobilienbranche nach Chancen in der Krise.

DÜSSELDORF. Die Hoffnung hat getrogen, es gibt keinen deutschen Sonderweg: Von der weltweiten Krise können sich auch die hiesigen Immobilienmärkte nicht abkoppeln. Im vergangenen Jahr fielen die Investitionen in Gewerbeimmobilien um 64 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. Und auch auf den Bürovermietungsmärkten, die sich noch im vergangenen Herbst erstaunlich robust präsentiert hatten, kühlt sich die Nachfrage merklich ab. Für 2009 rechnen alle Analysten mit einem Rückgang der Mieten. "Dennoch steht Deutschland immer noch besser da als Großbritannien", sagt Christian Ulbrich, Europachef des internationalen Immobilienberaters Jones Lang Lasalle (JLL). Das sieht Claus-Jürgen Cohausz, Vorstand der Westdeutschen Immobilienbank in Mainz, genauso: "Anders als in Großbritannien hatten wir in Deutschland keine exorbitanten Immobilienpreissteigerungen, deshalb wird der Ausschlag nach unten moderater ausfallen."

Bloß nicht schwarz malen - so lautet derzeit ausgerechnet im sonst eher pessimistisch veranlagten Deutschland die Devise. "Man muss sich hüten, in eine resignative Stimmung zu verfallen", sagt etwa JLL-Deutschlandchef Andreas Quint. Auch wenn der Investmentmarkt deutlich rückläufig sei, so gebe es im Vermietungsgeschäft durchaus Positives zu berichten. "Die Nachfrage für Einzelhandelsflächen ist immer noch gut und auch der Bürovermietungsbereich läuft nicht durchweg schlecht", stellt er fest und glaubt deshalb, dass viele Unternehmen am Ende gestärkt aus der Krise herausgehen werden.

"Ohne Zweifel werden sich innerhalb der nächsten zwei Jahren Chancen bieten", ist auch Georg Glatzel, Vorstandsvorsitzender der IFM Immobilien AG, optimistisch. Der Immobilieninvestor und Projektentwickler aus Heidelberg hat erst im vergangenen Jahr die Frankfurter Zeilgalerie erworben und will das Shoppingcenter in den kommenden zwei Jahren komplett umgestalten. "Wer es wie wir versteht, mit einer Liegenschaft zu arbeiten, wird Mehrwert generieren können", ist Glatzel überzeugt. Auch um die Finanzierungsseite macht sich der Immobilienentwickler wenig Sorgen - obwohl auch er einräumt, dass Banken gegenwärtig Kredite nur selektiv vergeben. Die Finanzierung des Projekts Zeilgalerie jedenfalls - eine Investition von insgesamt 59 Mio. Euro - sei über den Fertigstellungstermin hinaus gesichert. Der Eigenkapitalanteil betrage 25 Prozent.

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