Preisverfall in den großen Städten ist gestoppt
Japanische Immobilien finden viel Zuspruch

Der japanische Immobilienmarkt befindet sich in einem tief greifenden Strukturwandel. Nach dem Aktien- und Immobiliencrash Anfang der 90er Jahre hat der Markt in den vergangenen Jahren einen deutlichen Modernisierungsschub erfahren. Erstmals sind die Preise in den sechs größten Städten des Landes wieder gestiegen.

HB DÜSSELDORF. „Für internationale Investoren, die historisch in Japan nicht investiert waren, wird der Markt immer wichtiger“, sagt Leonard Meyer zu Brickwedde, Präsident und CEO der Hypo Real Estate Capital Japan Corporation. Die Tochtergesellschaft der Hypo Real Estate Bank International ist seit einem Jahr auf dem japanischen Markt vertreten. Bereits in den ersten zehn Monaten hat das Institut nach eigenen Angaben ein Finanzierungsportfolio von rund 100 Mrd. Yen (763 Mill. Euro) aufgebaut. Bis Ende kommenden Jahres soll es auf bis zu 300 Mrd. Yen aufgestockt werden.

Schon seine schiere Größe zeige die Wichtigkeit des Marktes, sagt Meyer zu Brickwedde. Der Großraum Tokio erwirtschafte ein fast so hohes Bruttoinlandsprodukt wie ganz Deutschland. Pro Quadratkilometer würden im Bereich der japanischen Hauptstadt 53 Mill. Dollar erwirtschaftet, zehn Mal so viel wie in Deutschland. Allein in den drei Hauptgeschäftsbezirken – Minato, Chiyoda und Chuo - gebe es 40 Mill. Quadratmeter an Bürofläche, mehr als in New York und gut doppelt so viel wie in London. Das Jahresmietaufkommen in den drei Bezirken Tokios betrage 47 Mrd. Dollar. Das ist mehr als Manhattan und London zusammen aufbringen.

Bis zur Zeit der großen Finanzkrise in Japan 1997/98 hatte es in Japan keinen echten Markt gegeben. Immobilien befanden sich in Firmenbesitz und dienten als Refinanzierungsbasis der Unternehmen. Die Banken schauten sich bei der Kreditvergabe an, wie die Bilanzstärke aussah, und die war praktisch gleichzusetzen mit dem Immobilienbesitz. „Aus dem Grunde haben Firmen auch nie Immobilien verkauft. Es war kein Umsatz da“, sagt Meyer zu Brickwedde. Es gab keine Transparenz und keine Preisbildung nach modernen Vorstellungen.

So kam es zur „Luftblasenwirtschaft“, die schließlich 1991 platzte. Veränderungen traten erst in Folge der großen Finanzkrise ein. Allmählich stiegen erstmals auch ausländische Investoren ein und erwarben Immobilienbesitz. Im September 2001 wurden japanische so genannte Real Estate Investment Trusts (Reits) eingeführt, wodurch sich ein neuer Markt entwickelte.

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