Printemps Paris
Deutsche-Bank-Fonds trennt sich von Luxuskaufhaus

Die Immobilienfonds-Tochter der Deutschen Bank will die Kaufhauskette Printemps verkaufen. RREEF befindet sich in Gesprächen mit dem Miteigentümer und Investoren aus Katar.
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ParisDas Pariser Luxuskaufhaus Printemps gehört aller Wahrscheinlichkeit nach bald Investoren aus Katar. Die Immobilienfonds-Tochter RREEF der Deutschen Bank trennt sich damit von einem ihrer größten Aushängeschilder, wie sie am Mittwoch ankündigte. RREEF gehören 70 Prozent an der Kaufhauskette, die neben dem Stammhaus am Pariser Boulevard Haussmann 15 weitere Warenhäuser betreibt.

Der Rest liegt bei einer Investorengruppe um den italienischen Kaufhaus-Unternehmer Maurizio Borletti. Die beiden Eigentümer bestätigten nur exklusive Gespräche. In Verhandlungskreisen hieß es aber, man sei sich mit Katar einig. Bis zum Abschluss der Transaktion könnte es aber Sommer werden.

Die neuen Eigentümer aus dem Golfstaat zahlten bis zu zwei Milliarden Euro - einschließlich Verbindlichkeiten - für die sechs eigenen und zehn gemieteten Kaufhäuser, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person. Auch die Investoren um Borletti verkauften ihre Anteile nach Katar. Der Italiener, der sich vor einigen Jahren vergeblich um die Übernahme der deutschen Karstadt-Kaufhäuser bemüht hatte, hatte Reuters noch im Januar gesagt, er wolle an Printemps festhalten. Möglicherweise werde er operativ noch eine Rolle spielen, sagte der Insider. RREEF und Borletti hatten Printemps vor sieben Jahren für zusammen 1,1 Milliarden Euro vom französischen Luxus-Konzern PPR gekauft.

Für die Übernahme hatte sich auch der französische Rivale Galeries Lafayette interessiert. Dem Wochenmagazin "Challenges" zufolge hatte Lafayette fast 1,6 Milliarden Euro geboten.

Die 16 "Printemps"-Kaufhäuser steigerten den Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr (bis April 2012) um 13 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro. Rund die Hälfte davon erwirtschaftet das Printemps Haussmann in Paris, ein Besuchermagnet vor allem für Gäste der französischen Metropole. Die neuen Investoren hatten unter Führung von Borletti einen dreistelligen Millionenbetrag in die Renovierung einiger Häuser und des Sortiments investiert, um Printemps stärker auf Luxus auszurichten. Insgesamt arbeiten 4000 Menschen für Printemps.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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