Private-Equity-Firmen
Finanzinvestoren steigen aus Wohnungen aus

Finanzinvestoren ziehen sich aus dem deutschen Wohngebäudemarkt zurück. Am Montag meldete Finanzinvestor Blackstone den Verkauf des ehemaligen WCM-Paket für 1,6 Milliarden Euro. Die Verkaufsgelegenheiten sind derzeit günstig.

ben/rrl/wik DÜSSELDORF. Versicherungen und Pensionsfonds suchen Wohnimmobilien, weil diese sehr viel stetigere Mieteinnahmen liefern als Gewerbeimmobilien. Eine Alternative zum Paketverkauf: Portfolios werden an die Börse gebracht. Beide Ausstiegsvarianten nehmen Private-Equity-Firmen das Risiko, dass die laufende Rendite einbricht, weil die Zinsen steigen.

„Die Private-Equity-Branche wird in Zukunft verstärkt auf der Verkäuferseite auftreten. Käufer werden zunehmend strategische Investoren und Versicherungen sein, die ihre Immobilienquote noch nicht ausgeschöpft haben“, sagt Hartmut Fründ, Partner bei dem Beratungsunternehmen Ernst & Young. Jüngstes Beispiel: am Montag meldete Finanzinvestor Blackstone den Verkauf der Mehrheit an der eigenen Vitus-Gruppe an ein Konsortium institutioneller Investoren, darunter Morley Fund Management, eine Gesellschaft des Versicherers Aviva. Damit wechselt für 1,6 Mrd. Euro die Mehrheit an einem Paket von 31 000 Wohnungen, das Blackstone Ende 2004 von der deutschen Unternehmensbeteiligungsgesellschaft WCM gekauft hatte.

Ernst & Young rechnet damit, dass Private-Equity-Firmen bis zum Jahr 2011 im Schnitt jährlich mindestens 30 Portfolios im Wert von bis zu 40 Mrd. Euro auf den Markt bringen werden. „Wir werden sowohl Paketverkäufe als auch Börsengänge sehen“, sagt Ralph Winter, Gründer des Wohnimmobilieninvestors Corestate Capital, zuvor Manager der Private-Equity-Firma Cerberus. Die Zeit der opportunistischen Käufer sei abgelaufen. Diese Käufer sind bereit, hohe Risiken einzugehen. Nun sei die Zeit derer gekommen, die – anders als Finanzinvestoren – einen Immobilienbestand managen könnten, sagt Winter. So ist auf dem Immobilien-Investmentmarkt auch zu hören, dass sich Cerberus von Paketen trennen wolle. Ein Sprecher dementiert dies allerdings. Cerberus sei weiterhin an deutschen Wohnimmobilien interessiert. Allerdings hat Cerberus – wie andere auch bereits Wohnungspakete weiter verkauft.

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