Private Immobilien
Auf der Suche nach dem richtigen Preis

200.000 Euro oder doch mehr? Viele Eigentümer kennen den Wert ihrer Immobilie nicht. Online-Portale bieten eine Alternative zu teuren Gutachten. Was die Schätzungen taugen – und warum Tipps vom Nachbarn wenig wert sind.
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FrankfurtWie viel ist das eigene Haus eigentlich wert? Diese Frage kann sich bei einem geplanten Verkauf stellen – oder aber auch wegen einer Scheidung oder der Anfertigung des Testaments. Vor allem bei Immobilien, die über Jahrzehnte nicht den Besitzer gewechselt haben, fällt es den Inhabern häufig schwer, eine Antwort zu finden und den Wert realistisch zu bestimmen.

„Besitzer von Einfamilienhäusern schätzen den Wert ihrer Immobilie häufig etwas zu hoch ein“, sagt Sun Jensch, Geschäftsführerin des Immobilienverbands Deutschland (IVD). „Die emotionale Verbindung zum eigenen Zuhause und die persönlichen Leistungen, die über die Jahre in den Erhalt gesteckt werden, sind bei der Selbsteinschätzung meist eingepreist.“ Bei einer realistischen Einschätzung seien vor allem die Lage und damit verbundene Infrastruktur, das Alter und der Zustand des Hauses von Bedeutung. Aber auch Ausstattung sowie Lärmbelästigung und Helligkeit der Räume seien wichtig.

Wer sich selbst einen ersten Eindruck davon machen möchte, in welcher Preisspanne sich der Wert seinen Hauses bewegt, dem rät Jensch im Internet nach ähnlichen Immobilen Ausschau zu halten. „Am einfachsten ist es, sich auf Immobilienportalen einen Überblick zu verschaffen, zu welchen Preisen ähnliche Objekte in der Nähe angeboten werden und sich zu überlegen, was das Besondere an der eigenen Immobilie ist, für das ein Käufer mehr bezahlen würde“, sagt sie. „Geschichten über hohe Verkaufspreise in der Nachbarschaft muss man mit Vorsicht genießen, hier wird häufig übertrieben.“ Für eine genaue und detaillierte Einschätzung solle aber lieber ein Profi hinzugezogen werden.

Doch wer den Wert einer Immobile professionell bestimmen lassen möchte, hat die Qual der Wahl. „Ein guter Weg, den Wert einer Immobilie einschätzen zu lassen, ist die Konsultation eines sachkundigen, ortsansässigen Sachverständigen“, sagt Jensch. Dies ist besonders sinnvoll, wenn es nicht um einen normalen Verkauf geht, sondern ein Erbfall oder eine Scheidung ansteht. „Bei der Ermittlung einer Erbmasse oder bei möglichen Rechtsstreitigkeiten können Sachverständige häufig klare Verhältnisse schaffen.“

Denn das Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen hat auch vor Gericht Bestand. Diese Expertise hat jedoch seinen Preis. Mehrere tausend Euro kann ein solches Gutachten kosten.

Deutlich günstiger ist es, bei einem Verkauf den Wert des Hauses von einem Makler schätzen zu lassen. Dieser nimmt für die Schätzung in der Regel kein gesondertes Honorar. „Makler sind insbesondere dann zu empfehlen, wenn es um eine Einschätzung für einen unkomplizierten Verkauf geht, da sie die lokalen Marktverhältnisse kennen und über die Zahlungsbereitschaft von potenziellen Käufern gut Bescheid wissen“, sagt Jensch.

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